Das Kloster Arkadi ist das bedeutendste Nationaldenkmal auf Kreta und einer der geschichtsträchtigsten Orte ganz Griechenlands. Es liegt auf einer saftig grünen Hochebene am Fuße des Psiloritis-Gebirges, umgeben von Olivenhainen, Zypressen und himmlischer Ruhe. Egal, ob du auf Geschichte und Architektur stehst oder einfach einen tollen Halbtagesausflug im Hinterland von Rethymno machen willst, Arkadi solltest du auf jeden Fall auf deine Liste setzen.
Im Jahr 1866 wählten hier Hunderte Kreter den Freitod, anstatt sich dem Feind zu ergeben. Kaum ein anderer Ort auf Kreta steht so sehr für den Freiheitskampf der Insel gegen die einstige osmanische Unterdrückung wie Arkadi.
Tom & Ella
Arkadi auf Kreta ist heute viel mehr als nur ein Museum oder eine Kirchenbesichtigung. Es ist ein Ort, der die kretische Seele spürbar macht und den Besucher unweigerlich berührt. Kein Wunder, dass das Kloster auf dem ehemaligen 100 Drachmen Schein abgebildet war und die UNESCO es als Europäisches Freiheitsdenkmal anerkannt hat.
Ob sich ein Besuch im Arkadi-Kloster für dich lohnt, welche tragische Geschichte sich mit dem Ort verbindet und die besten Tipps erfährst du in unserem Beitrag:
🏖️ Traumstrände & versteckte Buchten
🍽️ Restaurants, Tavernen & Cafés
🏛️ Must-See Highlights & antike Stätten
🗺️ Sehenswerte Orte & Geheimtipps
🚘 Praktische Infos wie Mietwagen & Parken
♾️ Lebenslanger Zugang & Updates
#1 Anreise zum Arkadi Kloster
Das Kloster Arkadi liegt ca. 20 km südöstlich von Rethymno auf einer Höhe von rund 500 Metern über dem Meer. Die Anfahrt mit dem Mietwagen dauert vom Zentrum Rethymnos etwa 30 bis 35 Minuten und führt über eine gut ausgebaute, landschaftlich reizvolle Straße durch kleine Dörfer und Olivenhaine. Unterwegs passierst du traditionelle Dörfer wie Kirianna und Amnatos, die meist eine Taverne oder ein Café für eine Pause bieten.
Von Heraklion und Chania aus sind es jeweils rund 80 km über die Nationalstraße VOAK, mit Abzweigung bei Rethymno. Rechne je nach Verkehr mit gut 1,5 Stunden Fahrtzeit nach Arkadi. Direkt vor dem Kloster gibt es einen großen, staubigen, aber kostenlosen Parkplatz. Daneben findest du das Arkadi Cafe, das leider nur durchwachsene Bewertungen hat, sowie einen angeschlossenen Souvenirladen. Direkt am Klostereingang befindet sich ein Toilettengebäude.
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Mit dem Bus nach Arkadi
In der Saison verkehren täglich Busse von Rethymno aus zum Kloster Arkadi. Der Busbahnhof der Stadt (Stathmos KTEL Rethimno) liegt im Westen der Altstadt, nicht weit vom Bauernmarkt entfernt. Die Busfahrt dauert etwa 45 Minuten und kostet etwa 3,50 €. Es gibt jedoch nur zwei Verbindungen: eine am Morgen (meist um 6 Uhr) und eine gegen 14 Uhr. Zurück nach Rethymno geht es mit dem Bus gegen 16:00 bzw. 16:30 Uhr. Informiere dich vorab über die aktuellen Fahrpläne, um den Rückweg nicht zu verpassen.
Aktuelle Fahrpläne für die Anreise mit dem Bus zum Kloster Arkadi findest du hier: e-KTEL
Alternativ kannst du dich auch einer geführten Bustour anschließen. Das ist praktisch für alle, die nicht selbst fahren wollen oder können. Meist sind auf dem Weg nach Arkadi sogar noch andere Stopps inbegriffen und die Preise liegen bei erschwinglichen 35 € pro Person. Über unseren Partner GetYourGuide* kannst du deine Bustour nach Arkadi gleich online buchen:
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#2 Rundgang auf dem Kloster Arkadi
Schon beim Betreten des wuchtigen Torbogens spürst du die festungsartige Wirkung der Außenmauern, die Arkadi wie eine Burg erscheinen lassen und am Schicksalstag 1866 vielen Menschen Zuflucht gaben. Was sofort auffällt, ist die besondere Farbstimmung auf dem gesamten Klostergelände. Alles ist in warmes Terracotta getaucht, die Wände der Kirche, der Boden, die Mauern, gefühlt sogar die Luft selbst.
Der Innenhof von Arkadi lädt mit seinen schattigen Arkadengängen und blühenden Rosen zum Verweilen ein. Rechts und links erstrecken sich die ehemaligen Mönchszellen, Lagerräume und Werkstätten auf zwei Ebenen. Sofort ins Auge fällt eine alte, abgestorbene Zypresse, deren Stamm von Gewehrkugeln durchlöchert ist.
Die Baumnarben sind ein stilles Symbol für den Kampf um Arkadi im Jahr 1866. Ein weißer Pfeil zeigt, wo heute noch eine Kugel aus der osmanischen Belagerung im Holz steckt. Der knorrige Stumpf ist einer der berührendsten Zeitzeugen des kretischen Widerstands und definitiv ein Fotomotiv, das unter die Haut geht.
Das Herzstück des Klosterhofs ist die zweigeteilte Kirche der Verklärung des Erlösers und der Heiligen Konstantin und Helena, auch Katholikon genannt. Sie wurde in den 1580er Jahren unter venezianischem Einfluss im Renaissancestil erbaut. Ihre Westfassade mit eleganten Pilastern, geschwungenen Voluten und feinen Steinmetzarbeiten ist das beliebteste Fotomotiv von Arkadi.
Kein Wunder, dass genau diese Fassade bis zur Einführung des Euros auf dem 100-Drachmen-Schein abgebildet war. Im Vergleich zu anderen griechischen Kirchen wirkt das Katholikon im Inneren mit seiner hölzernen Ikonostase fast schon schlicht. Am Eingang kannst du eine Kerze anzünden und dir einen Moment der Stille gönnen. Wünsche dir Hoffnung und Zuversicht, Arkadi vermittelt dir das Gefühl, dass beides hier seinen Platz gefunden hat.
Am tiefsten berührt der Besuch des ehemaligen Pulvermagazins von Arkadi im hinteren Teil der Anlage. Der deckenlose Raum, in dem sich im November 1866 die Tragödie abspielte, kann noch heute besichtigt werden. In ihrer Verzweiflung sprengten sich 994 Schutzsuchende, darunter viele Frauen und Kinder, hier in die Luft, um sich den osmanischen Truppen nicht ergeben zu müssen. Es ist ein stiller, eindringlicher Ort, an dem man automatisch innehalten muss. Ein Schaubild erinnert an diese Ereignisse.
Das eigentliche Museum von Arkadi dokumentiert die Geschichte des Klosters und des Aufstands mit sakralen Reliquien, Waffen, Messgewändern und historischen Dokumenten. Die Ausstellung ist kompakt, aber bewegend. Plane dafür etwa 20 bis 30 zusätzliche Minuten ein. Wenn du die Treppe oberhalb des Museums hinaufgehst, hast du einen wunderbaren Blick über den gesamten Klosterhof und die umliegende Berglandschaft. Neben dem Museum gibt es auf dem Gelände noch restaurierte Klosterzellen, eine alte Küche und historische Säle zu besichtigen.
Eintritt und Öffnungszeiten des Arkadi Klosters
Die Klosteranlage ist architektonisch reizvoll, kompakt genug für einen kurzweiligen Besuch und gleichzeitig so geschichtsträchtig, dass ihr Name allein schon ein Besuchermagnet ist. Arkadi gehört zu den Top-Sehenswürdigkeiten Kretas, sei dir also bewusst, dass es in der Hauptsaison auf dem Gelände wirklich voll werden kann. Die Öffnungszeiten von Arkadi variieren je nach Jahreszeit, daher solltest du dich vor deinem Besuch darüber informieren.
- Eintritt für das Kloster Arkadi: 4 € für Erwachsene
- Offizielle Website von Arkadi: arkadimonastery.gr
- Öffnungszeiten des Klosters Arkadi:
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- März: 09:00–18:00 Uhr
- April–Mai: 09:00–19:00 Uhr
- Juni–August: 09:00–20:00 Uhr
- September: 09:00–19:00 Uhr
- Oktober: 09:00–18:00 Uhr
- November: 09:00–17:00 Uhr
- Dezember–Februar: 09:00–16:00 Uhr
#3 Lohnt sich der Besuch von Arkadi?
Das Kloster Arkadi ist zweifellos Geschichte zum Anfassen. Die tragische Vergangenheit, das stille Pulvermagazin und die wuchtige Renaissancefassade machen den Ort auf Kreta einzigartig und berühren auf eine Art, die nur wenige Sehenswürdigkeiten schaffen. Wer allerdings ein himmlisches, abgeschiedenes Kloster inmitten wilder Bergeinsamkeit erwartet, wird enttäuscht sein.
💡 Osmanische Herrschaft in Griechenland: Seit dem 15. Jahrhundert lebten die Griechen unter osmanischer Herrschaft, doch der Widerstand glimmte nie ganz aus. Am 25. März 1821 begann der griechische Unabhängigkeitskrieg offiziell, und 1830 wurde Griechenland als souveräner Staat anerkannt. Kreta blieb zunächst außen vor, zu stark von osmanischen Truppen kontrolliert. Jede gescheiterte Rebellion schürte die nächste: 1821, 1866, 1878. Erst 1898 erhielt Kreta einen autonomen Status. Der endgültige Traum hieß Enosis, die Vereinigung mit Griechenland, und der gebürtige Kreter Eleftherios Venizelos stellte die Weichen. Am 1. Dezember 1913 wurde Kreta offiziell Teil Griechenlands. Der Name Arkadi blieb in diesem jahrhundertelangen Kampf unvergessen.
Arkadi ist der Popularität geschuldet längst ein echtes Pilgerziel auf Kreta geworden, sowohl für Griechen, denen das Kloster heilig ist, als auch für Touristen, die mit den Bussen aus Rethymno anrollen. Fotofreunde kommen trotzdem auf ihre Kosten, denn die typisch venezianische Architektur mit den Arkaden, dem Innenhof und dem Katholikon ermöglicht tolle Motive, besonders im warmen Nachmittagslicht.
Als reines Hauptziel für einen Ausflugstag würden wir Arkadi allerdings nicht empfehlen, dafür ist das Gelände zu kompakt und der Besuch in etwa einer Stunde erledigt. In Kombination mit einem Tagesausflug ins Hinterland von Rethymno mit Stopps im antiken Eleftherna und im Töpferdorf Margarites lohnt sich ein Besuch des Klosters Arkadi allemal.
Kloster Arkadi mit Kindern
Ein Besuch von Arkadi ist mit Kindern gut möglich. Zwar gibt es für die Kleinen wenig zum Anfassen und die Geschichte ist natürlich harter Tobak, doch die festungsartigen Mauern laden zum Erkunden ein und der Innenhof mit seinen Arkaden und Treppen wirkt fast wie ein kleines Labyrinth. Wie in vielen griechischen Klöstern liegen auch in Arkadi Katzen seelenruhig im Schatten und dösen vor sich hin. Das fand zumindest unsere kleine Tochter mindestens genauso spannend wie wir die Architektur.
Richtig spannend wird der Familientag jedoch erst in Kombination mit den umliegenden Ausflugszielen. Die Arkadianos-Farm, wo man Ziegen füttern und Käse probieren kann, oder ein Spaziergang in die Patsos-Schlucht begeistern Groß und Klein gleichermaßen.
→ Die schönsten Ausflüge mit Kids sowie familienfreundliche Strände und Hotels findest du hier: Kreta mit Kindern
Beste Besuchszeit für das Arkadi Kloster
Im Sommer kann es auf dem Klostergelände mittags ordentlich warm werden, obwohl die Lage auf 500 Metern Höhe bei Wind für etwas Abkühlung sorgt. Die beste Besuchszeit für Arkadi ist am frühen Vormittag oder am späten Nachmittag, wenn das Licht weicher ist und die Temperaturen angenehmer sind. Die ersten Reisebusse aus Rethymno treffen ab ca. 11 Uhr ein, danach wird es spürbar voller. In der Nebensaison, beispielsweise im Mai, ist Arkadi ein ruhiger Ort, an dem du die Atmosphäre in aller Ruhe genießen kannst.
Auch wenn es den Anschein haben mag, aber Arkadi ist ein aktives Kloster und kein klassisches Freiluftmuseum. Derzeit leben sieben Mönche in den für Besucher nicht zugänglichen Klosterzellen. Sie halten täglich Gottesdienst nach orthodoxem Ritus ab, und zwar morgens um 6:00 Uhr und am späten Nachmittag um 17:00 Uhr.
In Arkadi wird angemessene Kleidung erwartet, das heißt, Schultern und Knie sollten bedeckt sein, insbesondere bei Frauen. Leider hält sich kaum jemand daran und kontrolliert wird es in der Praxis auch selten. Trotzdem schadet es nicht, aus Respekt vor dem geschichtsträchtigen Ort und den Mönchen ein leichtes Tuch für die Schultern einzupacken. Vom Fotografieren der Mönche raten wir ebenfalls ab.
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#4 Geführte Touren zum Arkadi Kloster
Wenn du nicht selbst fahren möchtest oder dir lieber von einem Guide die spannendsten Details erzählen lässt, kannst du eine geführte Tour zum Kloster Arkadi buchen. Viele Touren kombinieren das Kloster mit dem antiken Eleftherna, dem Töpferdorf Margarites oder weiteren Highlights im Rethymno-Hinterland. Auch E-Bike-Touren zum Kloster sind beliebt und führen durch eine wunderschöne Landschaft mit Olivenhainen und kleinen Bergdörfern.
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#5 Geschichte des Klosters Arkadi
Die Geschichte von Arkadi liest sich wie ein Roman und ist doch bittere Realität. Wer das Kloster besucht, sollte sie bestenfalls vorher kennen, denn erst vor dem historischen Hintergrund entfaltet der Ort seine volle Wirkung. Der Name Arkadi klingt nach Legende und erinnert unweigerlich an den in der Literatur häufig verwendeten Begriff Arkadien. Dieser beschreibt eine paradiesähnliche Region, die tatsächlich existiert und auf der Halbinsel Peloponnes im Süden Griechenlands liegt.
Bereits im fünften Jahrhundert soll der byzantinische Kaiser Arkadios an der heutigen Stelle auf Kreta ein Konvent gegründet haben. Sicher belegen lässt sich das nicht, doch in venezianischen Aufzeichnungen des 14. und 15. Jahrhunderts tauchen bereits Hinweise auf ein Kloster in dieser Gegend auf. Wahrscheinlicher ist, dass ein Mönch namens Arkadios der Gemeinschaft ihren Namen gab.
Im 16. Jahrhundert erreichte das Kloster seine erste große Blüte unter venezianischem Einfluss. Die Hauptkirche, das sogenannte Katholikon, wurde in den 1580er Jahren im Renaissancestil erbaut. Die Fassade mit ihren eleganten Pilastern, Voluten und feinen Steinmetzarbeiten hätte auch in Venedig oder Verona nicht fehl am Platz gewirkt. Dank Handschriften, religiöser Kunst und Bildung wurde Arkadi zum kulturellen Herz Kretas.
Als die Osmanen Kreta im 17. Jahrhundert übernahmen, blieb das Kloster Arkadi ein stiller Widerstandspunkt des kretischen Geistes. Die Mönche produzierten weiterhin Olivenöl und Wein, die sie als Tribut an die Osmanen abgaben. Vor allem aber unterrichteten sie in einer Zeit, in der griechische Bildung unter osmanischer Herrschaft kaum möglich war. So wurden die Klöster zu geheimen Schulen, in denen Wissen weitergegeben wurde. Arkadi bewahrte damit über Jahrhunderte Sprache, Glaube und Identität durch seine Bibliothek und sein Scriptorium.
November 1866: Drama um Arkadi
Nach über 200 Jahren Unterdrückung brach im November 1866 auf Kreta ein großer Aufstand gegen die osmanische Herrschaft los. 964 kretische Kämpfer und Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder, zogen sich am 7. November ins Kloster Arkadi zurück und verbarrikadierten sich dort. Draußen warteten bis zu 15.000 osmanische Soldaten mit Kanonen. Abt Gabriel Marinakis aus dem nahegelegenen Margarites stand vor einer unmöglichen Aufgabe, denn er sollte einen Ort des Gebets gegen eine ganze Armee verteidigen.
Nach zweitägiger Belagerung und erbitterten Kämpfen drangen die osmanischen Soldaten am 9. November in den Klosterhof ein. Als sie das Pulvermagazin stürmten, zündete der Kreter Kostis Giamboudakis nach Abstimmung mit allen Anwesenden die dort gelagerten Fässer, wodurch es zu einer verheerenden Explosion kam, bei der Hunderte auf beiden Seiten getötet wurden. Die Griechen starben lieber in ehrenvoller Freiheit, als einen qualvollen Tod durch Unterdrückung und Folter zu erfahren.
Die Nachricht von Arkadi erschütterte Europa. Dichter wie Victor Hugo und Freiheitskämpfer wie Giuseppe Garibaldi versicherten den Kretern ihre Solidarität, Zeitungen weltweit berichteten über das heroische Selbstopfer. Arkadi wurde zum Symbol eines Volkes, das den Freitod der Knechtschaft vorzog. Die Empörung entfachte einen diplomatischen Flächenbrand, der die westlichen Großmächte zum Handeln zwang und die osmanische Herrschaft moralisch wie politisch unumkehrbar in die Defensive drängte.
Das Motto Eleftheria i Thanatos (Freiheit oder Tod) ist heute tief in der kretischen Identität verankert und wird alljährlich am 8. November, dem Gedenktag der Explosion von Arkadi, auf ganz Kreta geehrt. Der berühmteste Sohn der Insel, der Schriftsteller Nikos Kazantzakis (Autor von Alexis Sorbas), ließ sich von diesem Geist durchdringen. Auf seinem Grab in Heraklion steht: „Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.“ Ein Besuch in Arkadi macht verständlich, woher diese einprägsamen Worte kommen.
#6 Restaurants & Cafés rund um Arkadi
Rund um das Kloster Arkadi liegen mehrere Dörfer mit traditionellen Tavernen und gemütlichen Kafenia, in denen du deinen Ausflug kulinarisch abrunden kannst. Besonders lohnen sich Stopps in den Dörfern Eleftherna, Margarites und Patsos.
Kafenio Filio – Authentische Dorfatmosphäre pur, direkt im alten Eleftherna. Das kleine Kafenio ist bekannt für seine herzliche Gastfreundschaft und ehrliche kretische Küche. Dort gibt es frisches Brot, gegrilltes Fleisch und saisonale Salate, die mit Liebe zubereitet werden. Wenn du nach dem Besuch des antiken Eleftherna eine Stärkung brauchst, bist du hier genau richtig. Unbedingt den Hauswein probieren und zum Abschluss den obligatorischen Raki annehmen. 🙂
Sweet Margarita – Kleines, romantisches Café am Dorfplatz von Margarites. Zwischen den Töpferläden ist das der perfekte Ort für eine kurze Pause. Die Bougatsa (Vanille-Pudding-Tasche) war echt lecker und die Spanakopita (Spinat-Blätterteig-Schnitte) war herrlich knusprig. Der Freddo Espresso schmeckte uns bestens und der frisch gepresste O-Saft für unsere Kleine war der perfekte Durstlöscher.
To Kapileio (Καπηλειό) – Traditionelle Taverne auf dem Weg zwischen Rethymno und Arkadi. Hier kocht Maria noch selbst, und genau das schmeckt man. Deftige Hausmannskost, ehrliche Portionen und ein Ambiente, das an Omas Küche erinnert. Perfekt für eine herzhafte Pause vor oder nach dem Klosterbesuch.
Taverna Faragi – Familientaverne am Eingang der Patsos-Schlucht, seit 1996 in Betrieb. Die Gerichte kommen aus eigener Produktion, vieles ist bio und aus der Region. Besonders lecker: das Lammfrikassee und die hausgemachten Suppen. Ein Kinderspielplatz macht das Restaurant auch für Familien attraktiv. Im Sommer täglich geöffnet, im Winter nur am Wochenende.
Taverna Agros Patsos Gorge – Direkt am Eingang der Patsos-Schlucht gelegen und seit dem Besitzerwechsel 2025 eine echte Überraschung. Die kretische Küche ist superfrisch, der Saganaki hervorragend gebraten, das handwerklich gebackene Brot ein Gedicht und die kretische Pasta einfach fantastisch. Man sitzt wunderbar im Schatten der Bäume und die Atmosphäre ist angenehm ruhig.
Taverna Veranda – Im Töpferdorf Margarites gelegene nette Dorftaverne mit atemberaubendem Blick über das Tal bis zum Meer. Die Veranda macht ihrem Namen alle Ehre, von der schattigen Terrasse aus genießt du kretische Klassiker wie Soutzoukakia, Kaninchen in Zitronensauce und Kalitsounia. Der Service ist herzlich, die Preise fair, und ein frischer Wind weht immer.
#7 Sehenswertes in der Umgebung
Das Kloster Arkadi liegt mitten im landschaftlich reizvollen Rethymno-Hinterland, und ein Besuch lässt sich prima mit weiteren Highlights in der Umgebung verbinden. Besonders lohnen sich Abstecher nach Eleftherna, ins Töpferdorf Margarites, zur Arkadianos Farm, zum Potamon-See und in die Patsos-Schlucht.
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Antikes Eleftherna und Archäologisches Museum
Nur etwa 11 km vom Kloster Arkadi entfernt liegt das antike Eleftherna, eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätten Kretas. Die Stadt war in der geometrischen und hellenistischen Epoche ein wichtiges Zentrum und wurde von Archäologen der Universität Kreta über Jahrzehnte freigelegt. Hier kannst du die Grundmauern antiker Häuser und Türme sehen, einen Friedhof aus dem 9. bis 7. Jahrhundert v. Chr. und eine Kragsteinbrücke aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., die echt gut erhalten ist.
Das zugehörige Archäologische Museum von Eleftherna liegt zwischen den Dörfern Archaía Eleftherna und Eleftherna, ist modern aufgebaut und trotz seiner Kompaktheit äußerst sehenswert. Die Ausstellungstafeln sind auch auf Englisch verfügbar und ein Kurzfilm erzählt die Geschichte der Stätte auf anschauliche Weise. Für das Museum solltest du etwa eine Stunde einplanen. Anschließend begibst du dich ins Dorf Archaía Eleftherna, von wo aus der Spaziergang zur Stätte beginnt.
- Eintritt und Öffnungszeiten für Museum Eleftherna: täglich von 8:30–15:30 Uhr (Dienstag Ruhetag) | 10 € Eintritt
Die weitläufige Außenanlage von Eleftherna erstreckt sich auf und unterhalb des Hügels Pyrgi (griech. für Turm). Nicht alle Teile sind heute frei zugänglich. Vom alten Dorfkern aus führen ausgeschilderte Wanderwege entlang des Akropolis-Hügels bis hinunter zu einer antiken Steinbrücke. Besonders beeindruckend fanden wir die antiken Zisternen, die wie Gruften aus der Unterwelt wirken. Wer alles zu Fuß erkunden möchte, sollte festes Schuhwerk und etwas Wasser dabeihaben, denn im Sommer brennt die Sonne hier erbarmungslos.
- Eintritt und Öffnungszeiten für antikes Eleftherna: frei zugänglich und kostenloser Eintritt für den Außenbereich
Töpferdorf Margarites
Etwa 25 Fahrminuten vom Kloster entfernt liegt Margarites, das berühmte Töpferdorf Kretas. Seit Jahrhunderten werden hier Keramikwaren in traditioneller Handarbeit gefertigt, von den riesigen, mannshohen Pithoi (Vorratsgefäßen), die schon die Minoer nutzten, bis hin zu fantasievoller moderner Keramik. Rund 16 Werkstätten sind im Dorf noch aktiv, und in den kleinen Läden findest du originelle Mitbringsel, die garantiert nicht aus China stammen. Unsere Empfehlung ist die Werkstatt Kerameion von Georgios und Marinaki. Einen Einblick in ihre Arbeit bekommst du hier: keramion.gr
Aber Margarites ist mehr als nur Töpferei-Handwerk. Das Dorf hat venezianische Wurzeln, hübsche alte Häuser mit schmiedeeisernen Türen und spätbyzantinische Kapellen aus dem 14. Jahrhundert. Es lohnt sich, einfach durch die schmalen Gassen zu schlendern, die mit riesigen Amphoren und bunten Blumenkübeln verziert sind, und die Ruhe zu genießen. Übrigens stammte auch Abt Gabriel Marinakis, der Protagonist des Dramas von Arkadi, aus Margarites. Eine Büste im Dorf erinnert noch heute an ihn.
Arkadianos Farm
Etwa 15 km von Arkadi entfernt bei Latzimas liegt die Arkadianos Farm, eine familiengeführte Ziegen- und Schafsfarm mit angeschlossener Käserei. Michalis und seine Familie zeigen dir, wie aus frischer Milch traditioneller Ziegenkäse, Feta, Graviera Kritis und das lokale Tyromalama entstehen. Wenn du mit Kindern auf Kreta unterwegs bist, könnt ihr die Tiere füttern, beim Melken zuschauen und anschließend die hausgemachten Produkte probieren. Es gibt sogar einen kleinen Spielplatz und Pfauen auf dem Gelände.
Potamon-See (Limni Potamon)
Etwa 30 Fahrtminuten südlich von Arkadi liegt der Potamon-Stausee, Kretas größter Stausee und ein beeindruckendes Feuchtbiotop inmitten grüner Hügel, das zahlreiche Stand- und Zugvögel anzieht. Am Ufer sitzt du im Café Gidospito wunderbar auf der Rasenfläche mit Blick über den stillen See und die umliegenden Berge. 2014 wurde hier ein echtes Krokodil gesichtet, das als „Sifis“ in den griechischen Medien berühmt wurde und erst ein Jahr später gefunden wurde. Baden ist nicht erlaubt, da der See Rethymno mit Trinkwasser versorgt.
Patsos-Schlucht (Agios Antonios Gorge)
Nur wenige Minuten südlich des Stausees liegt die Patsos-Schlucht, auch Agios Antonios Schlucht genannt, ein grünes Naturparadies zwischen den Ausläufern des Kedros-Gebirges und dem Amari-Tal. Die Schlucht ist zwar bei Weitem nicht so groß wie die berühmte Samaria-Schlucht, dafür aber wesentlich ruhiger und landschaftlich ein Traum. Sie ist wunderbar schattig, und riesige Platanen, ein plätscherndes Flüsschen und steil aufragende Felswände säumen ihren Weg.
Schon nach wenigen hundert Metern ab dem Eingang erreichst du die Höhlenkapelle Agios Antonios, die in einen Felsüberhang gebaut ist. Der Anblick dort ist gleichzeitig wunderlich und beeindruckend, denn Dutzende Krücken und Gehstützen liegen am Eingang der Kapelle, zurückgelassen von Pilgern, die hier Heilung von Gehbeschwerden erfahren haben. In die Felsspalten sind unzählige kleine Zettelchen mit Wünschen und Gebeten geklemmt. Ein mystischer Ort, der Kinder und Erwachsene gleichermaßen fasziniert.
Für einen kurzen Eindruck reicht es aus, den Hauptweg bis zur Kapelle und zur ersten Brücke zu gehen, das ist auch mit Kindern gut machbar und dauert etwa 30 Minuten hin und zurück. Wer sportlicher unterwegs ist, kann die gesamte Schlucht durchwandern (ca. 2 km), wobei es ab der zweiten Brücke mit Seilen und Kletterstellen deutlich anspruchsvoller wird. Die Schlucht endet schließlich am Potamon-Stausee. Im Oktober ist der Wasserstand im Flussbett meist minimal, im Frühjahr kann es deutlich herausfordernder sein.
Kourkoulou Winery
Nur einen Steinwurf von der Schlucht entfernt liegt die Kourkoulou Winery, ein Familienweingut, das ausschließlich mit kretischen Rebsorten arbeitet. Die Familie Kourkoulou bewirtschaftet das Land seit über 50 Jahren, zunächst mit Oliven und Gemüse und seit 2017 auch mit Wein. Die Weinverkostung ist informativ, entspannt und wird gerne mit selbst gemachtem Olivenöl, Oliven und kretischen Häppchen begleitet. Von April bis Oktober ist das Weingut montags bis freitags von 11:00 bis 17:30 Uhr geöffnet, eine Voranmeldung wird empfohlen.
→ Weitere nützliche Beiträge und zahlreiche Kreta-Tipps findest du unter:
- Kreta Sehenswürdigkeiten – Alle Must-Sees auf Kreta
- Kreta Highlights – Unsere 20 schönsten Orte
- Kreta Urlaubsorte – Die beliebtesten Orte für Ferien
- Beste Kreta Hotels – Die besten Hotels der Insel
- Kreta Urlaub – Unsere persönlichen Erfahrungen
FAQ zu Arkadi auf Kreta
Wo liegt das Kloster Arkadi auf Kreta?
Das Kloster Arkadi liegt im Regionalbezirk Rethymno, ca. 20 km südöstlich der Stadt Rethymno auf einer fruchtbaren Hochebene in rund 500 Metern Höhe an den Ausläufern des Psiloritis-Gebirges.
Wie komme ich am besten zum Kloster Arkadi?
Am flexibelsten bist du mit einem Mietwagen auf Kreta. Die Fahrt von Rethymno dauert etwa 30 bis 35 Minuten über eine gut ausgebaute Straße. Alternativ fahren in der Saison Linienbusse von Rethymno zum Kloster.
Kostet der Besuch von Arkadi Eintritt?
Ja, der Eintritt beträgt ca. 4 € pro Person. Dafür kannst du das gesamte Klostergelände inklusive Innenhof, Pulvermagazin und Museum besichtigen. Der Parkplatz vor dem Kloster ist kostenlos.
Wie lange sollte man für Arkadi einplanen?
Für einen entspannten Besuch mit Rundgang über das Gelände, Besichtigung des Katholikons und des Pulvermagazins solltest du etwa eine Stunde einplanen. Mit Museumsbesuch wird es etwas mehr. In Kombination mit Eleftherna und Margarites kannst du einen halben bis ganzen Tag daraus machen.
Wann ist die beste Tageszeit für einen Besuch?
Im Sommer eignen sich der frühe Vormittag oder der späte Nachmittag am besten, da es mittags warm werden kann und ab 11 Uhr die ersten Reisebusse eintreffen. In der Nebensaison ist es ruhiger und du hast das Kloster oft fast für dich allein.
Ist Arkadi für Kinder geeignet?
Ja, der Rundgang über das Klostergelände ist auch für Kinder machbar, die gut zu Fuß sind. Richtig spannend wird der Familienausflug in Kombination mit der Arkadianos Farm (Ziegen füttern, Käse probieren) oder dem Töpferdorf Margarites.
Gibt es eine ruhigere Alternative zu Arkadi?
Kreta hat viele weitere sehenswerte Klöster abseits der Touristenrouten. Ein Geheimtipp etwa eine Stunde von Rethymno entfernt ist das Vossakos Monastery in den Bergen, das deutlich weniger besucht ist und eine ganz besondere Ruhe ausstrahlt.
Was kann ich mit dem Besuch von Arkadi kombinieren?
Arkadi lässt sich hervorragend mit dem antiken Eleftherna (11 km), dem Töpferdorf Margarites (15 km), der Patsos-Schlucht (18 km), dem Potamon-See (20 km) und der Kourkoulou Winery bei Patsos verbinden. Zusammen ergibt das einen abwechslungsreichen Tagesausflug ins Rethymno-Hinterland.
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