Wenn der riesige Felsbrocken von Monemvasia wie aus dem Nichts aus dem Meer auftaucht, verschlägt es einem auf Anhieb die Sprache. Die im Südosten des Peloponnes gelegene mittelalterliche Festungsstadt war eines unserer absoluten Highlights auf unserer Rundreise und gehört für uns zu den faszinierendsten Orten in ganz Griechenland.
In Monemvasia begibst du dich auf eine Zeitreise. Grobes Kopfsteinpflaster, verwinkelte Gassen, charmante Unterkünfte, urige Tavernen und ein ganz besonderes Flair erwarten dich. Griechenland-Herz, was willst du mehr?
Tom & Ella
Die mittelalterliche Festung wurde auf einer vorgelagerten Insel erbaut, die heute über einen schmalen Damm mit dem Festland verbunden ist, worauf bereits der Name Monemvasia schließen lässt, der auf Griechisch schlicht „einziger Zugang“ bedeutet. Byzantiner, Venezianer und Osmanen kämpften hier um eine der bedeutendsten Befestigungsanlagen des gesamten Mittelmeerraums und haben ihre Spuren hinterlassen.
Die Festungsstadt ist bei den Griechen aufgrund ihrer ereignisreichen Geschichte sehr beliebt und ein echtes Pilgerziel. Internationale Touristen, die stets mit den griechischen Inseln liebäugeln, haben dagegen wohl noch nie von Monemvasia gehört. Das ist kaum verwunderlich, denn die Lage ist sehr isoliert: Der nächste Flughafen, Kalamata, ist gut 160 km entfernt und von Athen aus sind es fast vier Stunden Autofahrt.
Es wird Zeit, dass du dieses Schmuckstück auf der Peloponnes-Halbinsel endlich erkundest, oder? Mit unseren Tipps für Monemvasia verraten wir dir alles, was du für deinen Besuch wissen musst.
🏖️ Traumstrände & versteckte Buchten
🍽️ Restaurants, Tavernen & Cafés
🏛️ Must-See Highlights & antike Stätten
🗺️ Sehenswerte Orte & Geheimtipps
🚘 Praktische Infos wie Mietwagen & Parken
♾️ Lebenslanger Zugang & Updates
#1 Anreise nach Monemvasia
Monemvasia liegt im Südosten des Peloponnes, abseits der großen Touristenströme, und das ist auch einer der Gründe, warum der Ort so besonders ist. Je nach Ausgangspunkt führt die Anreise durch eine landschaftlich grandiose Gegend mit Olivenhainen, alten Dörfern und einer sehenswerten Küste. Um diesen Landstrich in Griechenland ausgiebig zu erkunden, ist ein Mietwagen für Monemvasia quasi unverzichtbar, denn öffentliche Verkehrsmittel fahren hier selten und unzuverlässig.
Wie weit ist es nach Monemvasia?
- Athen nach Monemvasia: ca. 322 km, ca. 4 Std. Fahrzeit
- Nafplio nach Monemvasia: ca. 230 km, ca. 3 Std. Fahrzeit
- Sparta nach Monemvasia: ca. 89 km, ca. 1,5 Std. Fahrzeit
- Kalamata nach Monemvasia: ca. 186 km, ca. 2,5 Std. Fahrzeit
Mit dem Mietwagen nach Monemvasia
Die schnellste Route von Athen nach Monemvasia führt über die Autobahn A7 in Richtung Korinth und Tripoli und weiter durch Sparta und die malerische Berglandschaft des südöstlichen Peloponnes. Die Strecke ab Sparta ist zwar kurvig, aber landschaftlich äußerst reizvoll. Mit einem Mietwagen kannst du außerdem die Umgebung völlig flexibel erkunden und auch den Kastraki Beach, den Weiler Limin Ieraka oder die Kastania Höhle spontan ansteuern.
Wer mehr Zeit mitbringt, kann wahlweise von Athen aus über den „Forgotten Highway“ des Peloponnes fahren. Diese vor wenigen Jahren fertiggestellte, malerische Küstenstraße führt von Leonidio über Foukiano und Paralia zum östlichen Peloponnes-Finger und ist skurrilerweise nur in wenigen Karten verzeichnet. Wenn du von Kalamata kommst, lohnt es sich auch, statt der Autobahn 71 den Langada-Taygetos-Pass zu nehmen: extrem kurvenreich mit vielen kleinen Tunneln, aber hier kommt richtige Roadtrip-Stimmung auf!
Parken in Monemvasia
Die gesamte Kleinstadt Monemvasia ist eine autofreie Zone. Du kannst auf den Parkplätzen am Straßenrand vor dem Stadttor oder etwas weiter vorne am Parkplatz nach dem Monemvasia-Damm beim Anemi Cafe Bar Restaurant parken. Die Parkplätze sind begrenzt und in der Hochsaison heiß begehrt, also solltest du früh ankommen.
Wir selbst sind bei unserem ersten Monemvasia-Besuch fast zehn Minuten bis zum Stadteingang gelaufen. Wer übernachtet, hat möglicherweise einen Vorteil, denn einige Hotels bieten einen Gepäck- bzw. Abholservice an, was das Ankommen deutlich entspannter macht.
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Mit dem Bus nach Monemvasia
Busse verbinden Athen täglich mit Monemvasia, allerdings mit wenigen Verbindungen und langer Fahrzeit von etwa fünf bis sechs Stunden. Der Bus hält in Gefira, dem Küstenort auf dem Festland gegenüber der Felseninsel. Busfahren auf dem Peloponnes ist allerdings nur etwas für Geduldige: Die Zeiten ändern sich oft und die Verbindungen sind nicht immer zuverlässig. Ohne Mietwagen wirst du die schönsten Ecken rund um Monemvasia allerdings nicht sehen.
→ Aktuelle Abfahrtszeiten und Tickets gibt es auf der Website von: KTEL Lakonias
#2 Rundgang durch Monemvasia
Die Unterstadt von Monemvasia wurde über viele Jahre aufwendig und weitgehend originalgetreu restauriert und das Ergebnis ist beeindruckend. Sobald du durch das mittelalterliche Stadttor trittst, verändert sich der Rhythmus der Welt. Grobe Kopfsteinpflaster, enge verwinkelte Gassen und charmante Torbögen sorgen für ein Flair, das man nur schwer in Worte fassen kann und am besten selbst erlebt. Von Zeit zu Zeit legen kleine Kreuzfahrtschiffe vor Monemvasia an. Dann wird es in der Hauptgasse etwas eng, weshalb du am besten in die Nebengassen ausweichst.
Entlang der Hauptgasse von Monemvasia findest du Souvenirläden mit echtem Kunsthandwerk, Tavernen, Bars und kleine Cafés. Die Stimmung ist ruhig und entschleunigt, hier ticken die Uhren definitiv anders. Besonders stimmungsvoll ist der späte Abend, wenn die Tagesausflügler längst wieder weg sind und die Gassen im warmen Licht der Laternen liegen, dann gehört die ganze Festung nur noch den Bewohnern und den Gästen der kleinen Hotels.
Wer durch die Gassen von Monemvasia schlendert, begegnet unweigerlich den wahren Herrscher der Stadtfestung: Dutzende Katzen haben das ehemalige Kastro zu ihrem Revier gemacht und posieren auf Mauern, in Torbögen und vor Kirchentüren, als wüssten sie genau, was ein gutes Fotomotiv ist. Einmal gefüttert, folgen sie dir auf Schritt und Tritt durch die halbe Unterstadt. Wer Katzenliebhaber ist, wird in Monemvasia also definitiv seine Freude haben!
→ Warum es in Griechenland so viele Straßentiere gibt und wie du helfen kannst, erfährst du hier: Straßentiere in Griechenland
Im Zentrum von Monemvasia steht die Kirche Christos Elkomenos, eine der ältesten und schönsten byzantinischen Kirchen der Region. Sie stammt vermutlich aus dem 6. oder 7. Jahrhundert und wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut. Im Inneren befindet sich eine beeindruckende Kreuzigungsikone aus der Palaiologen-Zeit, die nach einer abenteuerlichen Odyssee nach Monemvasia zurückkehrte. Rund um den Platz stehen ein paar alte Kanonen, die einst zur Verteidigung der Festung dienten.
Direkt gegenüber der Kirche befindet sich die Archäologische Sammlung von Monemvasia, untergebracht in einem historischen Gebäude, das im Laufe der Jahrhunderte als Moschee, Gefängnis und Kaffeehaus diente. Die Sammlung umfasst Skulpturen, Marmor-Architekturfragmente und Keramikfunde aus der Burgstadt, die bei Restaurierungsarbeiten und Ausgrabungen zutage kamen und von der frühchristlichen Zeit bis zur osmanischen Epoche reichen.
Die Präsentation und Beleuchtung der Exponate des kleinen Museums ist stimmungsvoll. Bemerkenswert ist, wie die teils antiken Marmorelemente über die Jahrhunderte immer wieder verbaut und umgenutzt wurden. Ein Kompass-Modell in der Mitte des Museums hilft bei der Orientierung durch die verschiedenen Epochen. Der Eintritt kostet 5 € und die klimatisierte Ausstellung bietet eine willkommene Verschnaufpause an heißen Sommertagen.
Wenn du weiter durch die Gassen in Richtung Süden gehst, erreichst du den Chryssafitissa-Platz, einen der stimmungsvollsten Freiräume in Monemvasia. Verstreute Kanonenkugeln erinnern an die bewegte Geschichte, während die Kirche Panagia Chryssafitissa dem Platz etwas Himmlisches verleiht. Zünde im Inneren der schönen Kirche eine Kerze an und entfliehe für einen Augenblick dem Alltag.
Im Innenhof befindet sich ein kleiner Brunnen mit Weihwasser, dem die Überlieferung heilende Kräfte bei Unfruchtbarkeit zuschreibt, natürlich verbunden mit einem Gebet an die Jungfrau Maria. Hinter der Kirche führt ein Durchgang durch die alte Stadtmauer in den östlichen Außenbereich, von wo aus du den Leuchtturm erreichst.
Leuchtturm von Monemvasia
Kaum jemand kennt ihn, aber der Leuchtturm von Monemvasia ist ein echter Geheimtipp. Er liegt an der Ostspitze der Halbinsel und ist vom östlichen Stadttor der Unterstadt aus in einem kurzen und angenehmen Spaziergang entlang der Nordseite des Felsens erreichbar, ungefähr 15 bis 20 Minuten zu Fuß. Der Gebäudekomplex wurde 1896 errichtet, der erste Leuchtturmwärter trat am 27. Dezember desselben Jahres seinen Dienst an und am 13. Januar 1897 wurde das Leuchtfeuer zum ersten Mal entzündet.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Leuchtturm stark beschädigt und blieb bis 1945 außer Betrieb, als er wiederhergestellt und erneut in Dienst genommen wurde. 2015 wurde er mit EU-Fördermitteln vollständig renoviert und ist bis heute aktiv. Im Inneren des Turms führt eine marmorverkleidete Wendeltreppe hinauf zur Laterne, und in einem kleinen Museumsraum (Öffnungszeiten abweichend!) im angrenzenden Gebäude gibt es eine kleine Ausstellung zur Geschichte der griechischen Leuchttürme und ihrer Bedeutung für die Seefahrt.
💡 Beste Besuchszeit für Monemvasia: Aufgrund seiner Geschichte ist Monemvasia ein ganzjähriges Ausflugsziel der Griechen, besonders zu Ostern. Als wir etwa drei Wochen nach dem griechischen Osterfest dort waren, hatten wir die Gassen fast für uns allein, dazu perfektes Wetter und keine Menschenmassen. Mittlerweile erreichen zwischen Mai und September kleine Kreuzfahrtschiffe die Küste und bringen ihre Gäste per Tenderboot an Land. Dann kann es in der Unterstadt kurzzeitig voll werden. Im Hochsommer wird es in den engen Gassen dazu richtig heiß, da der kühle Nordwind vom Felsklotz abgeblockt wird. Im Herbst geht es dafür wieder ruhiger zu, und selbst im Winter lohnt sich ein Besuch von Monemvasia. Tatsächlich haben einige Tavernen und Cafés dann noch geöffnet und die Gassen sind weihnachtlich geschmückt. Nur die Auswahl an Hotels ist dann deutlich eingeschränkt.
Shoppen in Monemvasia
Zugegeben, man erwartet es nicht unbedingt in diesem entlegenen Winkel Griechenlands, aber die Einkaufsszene in Monemvasia ist erstaunlich gut. Entlang der Hauptgasse reihen sich Boutiquen, Juweliere, Künstlerateliers und Handwerksläden aneinander, die Besuchern wirklich etwas Besonderes bieten wollen. Es macht richtig Spaß, durch die Gassen zu schlendern, sich inspirieren zu lassen oder einfach zuzuschlagen. Unsere Empfehlungen für lohnenswerte Shops in Monemvasia gibt es hier:
Chrisolithos – Ein Laden voller origineller Handwerkskunst, in dem du von handgefertigten Amuletten und Komboloi über kleine Gemälde bis hin zu kunstvollen Wandbehängen alles findest, was das Sammlerherz begehrt. Jedes Stück hat Charakter und erzählt seine eigene Geschichte, also unbedingt reinschauen!
Kastania Eleni – Handmade Souvenirs Shop – Ein Souvenirshop, der sich wohltuend von der Masse abhebt, weil hier wirklich alles handgefertigt und einzigartig ist. Von Ketten über Ohrringe bis hin zu handgemalten Ikonen wird alles mit viel Sorgfalt und Liebe hergestellt. Die Besitzerin ist herzlich und nimmt sich Zeit für jeden Gast, hier macht Schmökern einfach Spaß.
Monemvasia Deli – Edodimopolio – Ein innovativer Feinkostladen, der von einem freundlichen Inhaberpaar betrieben wird und seit Jahren gutes Olivenöl und Kosmetikprodukte anbietet. Testen und Probieren ist ausdrücklich erwünscht, und die Kosmetikprodukte von Monemvasia Cosmetics stammen aus eigener Herstellung. Dazu gibt es lokalen Honig, hausgemachte Marmeladen und weitere Spezialitäten aus der Region, alles in bester Qualität.
Niove Greek Designers Boutique – Kleine, exklusive Anlaufstelle für alle, die Mode mit Seele suchen. Handgefertigte Unikate griechischer Designer, zeitlos elegante Stoffe und Inhaberin Eleni, die mit viel Charme und Einfühlungsvermögen bei der Auswahl hilft. Hier kauft man nicht einfach ein Kleidungsstück, sondern ein Stück Griechenland für zu Hause.
Pietra Boutique Monemvasia – Eine winzige, aber feine Boutique mit farbenfrohen modernen Kleidern und einzigartiger griechischer Designermode. Kleider, Tops, Tücher und Kimonos hängen dicht an dicht, dazu hübsche Sommertaschen und Schmuck. Für jedes Alter, in allen Stilen und Größen, hier wirst du garantiert fündig.
Baden in Monemvasia
Du kannst sogar in Monemvasia im Meer baden, wenn du ein paar Abstriche machst. Die Stadt ist von einer felsigen Küste umgeben, es gibt keinen klassischen Strand. Südwestlich vom Chryssafitissa-Platz führen Treppenstufen von der alten Stadtmauer hinunter zum Meer. Der sogenannte Portello Beach (auch Monemvasia Swimming Area) wird häufig von Einheimischen genutzt. Einstiegsleitern ermöglichen den Weg ins Wasser, vorbei an schwarzen Felsen. Alternativ kannst du auf den terrassierten Flächen auch prima sonnenbaden.
#3 Akropolis von Monemvasia
Vom Eingang der Unterstadt erreichst du die Akropolis mit der Festungsanlage zu Fuß in etwa 10 bis 15 Minuten. Der Aufstieg zur Oberstadt über einen steilen Pfad ist etwas anstrengend, wird aber mit einer der spektakulärsten Aussichten auf dem gesamten Peloponnes belohnt.
Vom einst imposanten oberen Burgkomplex ist leider nicht mehr viel übrig, die Zeit und die Jahrhunderte haben ihren Tribut gefordert. Dafür ist der Blick auf die Unterstadt und die Ägäis umso grandioser und die Stille dort oben hat etwas fast Unwirkliches. Überall auf dem Gelände stehen Infotafeln, die über die einzelnen Gebäude und ihre Geschichte informieren. Sogar zur Flora und Fauna gibt es Tafeln. Auf unserem Spaziergang haben wir sogar eine Landschildkröte entdeckt. Der Rundweg um den Burgberg herum ist etwa 45 Minuten lang (ohne Fotostopps).
Agia Sofia Kirche
Absolut sehenswert ist die byzantinische Kirche Agia Sofia, die spektakulär auf der Felskante der Akropolis thront. Die Kirche stammt aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, vermutlich um 1150, und wurde nach neuerer Forschung im Zusammenhang mit der erfolgreichen Abwehr der normannischen Invasion von 1147 errichtet. Ursprünglich war sie der Panagia Hodegetria geweiht und erst nach der griechischen Unabhängigkeit 1821 erhielt sie den Namen Agia Sofia, weil man in ihr eine Nachbildung der Hagia Sophia in Konstantinopel sah.
Die Lage der Agia-Sofia-Kirche von Monemvasia ist einzigartig, denn hinter ihr fällt der Felsen direkt und steil ins Meer ab. Die Aussicht hinter den Kirchenmauern ist nichts für Angsthasen. Im Laufe der Jahrhunderte diente die Kirche als orthodoxe Kathedrale, als venezianische Katholikenkirche und als osmanische Moschee, was man an den unterschiedlichen architektonischen Schichten bis heute ablesen kann. Der Eintritt zur Oberstadt von Monemvasia und zur Hagia Sophia ist übrigens kostenlos.
Als wir 2019 zum ersten Mal in Monemvasia waren, haben wir uns morgens um sechs aus dem Bett gequält, um zur Akropolis hochzusteigen und den Sonnenaufgang dort oben zu erleben. Es kostete Überwindung, vor allem nach einem langen Abend in den Gassen, aber es war eine der besten Entscheidungen der ganzen Reise. Kein Mensch war weit und breit zu sehen, nur die Stille, die aufgehende Sonne über dem Myrtoischen Meer und das leise Erwachen der Stadt tief darunter – ein magischer Moment auf unserer Peloponnes Reise!
💡 Warum Monemvasia für Griechen so besonders ist: Für die Griechen ist Monemvasia weit mehr als eine hübsche Festungsstadt. Nach dem Fall Konstantinopels im Jahr 1453 war dieser Felsen das letzte Überbleibsel des Byzantinischen Reiches und das letzte Stück griechischer Souveränität, bevor Venedig die Verteidigung übernahm. Im Unabhängigkeitskrieg 1821 war Monemvasia die erste Festung, die von den Osmanen befreit wurde. Dass die Kirche auf der Akropolis nach der Befreiung in Agia Sofia umbenannt wurde, ist kein Zufall. Die große Hagia Sophia in Konstantinopel war seit Jahrhunderten in osmanischer Hand und für die Griechen ein Symbol des Verlusts. Mit der Umbenennung holte man sich ein Stück davon symbolisch zurück. Zudem ist Monemvasia der Geburtsort des Nationaldichters Giannis Ritsos, der seinen Heimatfelsen als „steinernes Schiff“ besang. Für griechische Besucher ist ein Wochenendtrip hierher deshalb auch eine Art patriotische Wallfahrt, und viele wohlhabende Athener haben sich in den restaurierten Steinhäusern Zweitwohnsitze eingerichtet.
#4 Restaurants & Cafés in Monemvasia
Monemvasia hat uns kulinarisch wirklich überrascht. In einer so touristischen Festungsstadt könnte man erwarten, dass Qualität auf der Strecke bleibt, aber das ist hier glücklicherweise nicht der Fall. Einige unserer Empfehlungen für Restaurants in Monemvasia, recherchiert und bewertet:
Voltes – Unangefochten Nummer eins auf TripAdvisor und das verdient. Direkt am Eingangstor, kreative Mezedes mit lokalen Produkten, gute Schmorgerichte und auch vegane Optionen.
Oinomelo Castle – Traditionelle griechische Küche auf einer romantischen Terrasse mit Meerblick, gemütliches Ambiente und freundlicher Service.
Mirtaki – Eine kleine Anlaufstelle für den Hunger zwischendurch in der Hauptgasse, unweit der Elkomenos Christos. Es gibt unkomplizierte Speisen wie hausgemachte Pitas, Pitakia und Burger sowie andere Snacks, die von den herzlichen Gastgebern zubereitet werden.
Peinakotheke – Dessert-Crêperie und Waffel-Paradies mit leckerer Eiscreme. Die süßeste Adresse im Kastro, ideal zum Abschluss eines langen Rundgangs. Wer im Winter Monemvasia besucht, erlebt die Crêperie festlich geschmückt.
Emvasis Cafe – Cocktailbar mit traumhaftem Dachgarten direkt am Eingangstor, ideal für den ersten Kaffee am Morgen genauso wie für einen Sundowner mit Blick aufs Meer.
#5 Hotels in Monemvasia
Monemvasia bietet eine Reihe charmanter Unterkünfte, die meisten davon in liebevoll restaurierten Steinhäusern innerhalb der Festungsmauern. Wir können es nur wiederholen: Mindestens eine Übernachtung solltest du hier einplanen, um die ganz besondere Abendstimmung mitzuerleben. Klick auf die Links von Booking*, um dir Details zu den Hotels in Monemvasia anzuschauen:
Ardamis Traditional Guest Houses
Das historisch bedeutendste Gebäude im gesamten Kastro, einst venezianisches Gouverneurshaus und osmanische Residenz, mit richtig stilvollen Zimmern und einer 100m² großen Meerblick-Terrasse. Die Gastgeberin kümmert sich herzlich um die Belange ihrer Gäste.
House in the Castle
Vier liebevoll renovierte Apartments mit Kamin, hochwertiger Ausstattung und einer Terrasse mit Meerblick. Die Gastgeberin Chrysoula empfängt dich persönlich am Stadttor und ist für jeden Wunsch ansprechbar.
Monolithos Inn
Drei Zimmer am höchsten Punkt der Unterstadt, genau dort wo die berühmten Voltes-Treppen zur Akropolis beginnen, mit ungehindertem Panoramablick auf das gesamte Kastro und das Meer.
Ritsos Guesthouse
Das erste organisierte Gästehaus im Kastro überhaupt, 200 Meter vom Stadttor entfernt, mit handgefertigten Möbeln und einem Frühstück unter dem alten Feigenbaum. Die Unterkunft haben wir selbst getestet und für gut befunden.
#6 Geschichte der Festungsstadt
Die Geschichte von Monemvasia beginnt im Jahr 583 n. Chr. als Bewohner der lakonischen Küste vor dem Ansturm slawischer und awarischer Stämme auf den uneinnehmbar wirkenden Felsbrocken vor der Küste flohen und dort unter der Herrschaft des byzantinischen Kaisers Maurikios eine erste Siedlung gründeten.
Was als Zufluchtsort begann, wurde im Laufe der Jahrhunderte zu einem der bedeutendsten Handelsplätze des gesamten östlichen Mittelmeers. Der Name der Stadt leitet sich direkt aus dem Griechischen ab, „mone emvasi“ bedeutet „einziger Zugang“ und beschreibt die schmale Verbindung zwischen Felsen und Festland treffend. Nicht umsonst trug Monemvasia jahrhundertelang den Beinamen „Gibraltar des Ostens“.
Im Byzantinischen Reich wuchs Monemvasia ab dem 10. Jahrhundert zu einer blühenden Handelsmetropole heran, die den Seeweg zwischen Konstantinopel und Venedig sicherte. Ihr kostbarstes Exportgut war ein süßer Wein, den die Venezianer und Genuesen unter dem Namen Malvasia in ganz Europa verkauften und der im Deutschen als „Malvasier“ bekannt ist. Fünf Jahrhunderte lang war dieser Wein einer der gefragtesten Europas, von England bis Konstantinopel.
Im Jahr 1147 hielt die Festung einer normannischen Invasion stand und festigte ihren Ruf als uneinnehmbar. Ein Jahrhundert später, um 1248, gelang es dem fränkischen Fürsten Wilhelm II. von Villehardouin erst nach einer dreijährigen Belagerung, Monemvasia zur Kapitulation zu zwingen. Doch bereits 1262 mussten die Franken die Stadt an das Byzantinische Reich zurückgeben, als Teil des Lösegelds für den in der Schlacht von Pelagonia gefangenen Wilhelm.
Nach dem Fall Konstantinopels 1453 hielt Monemvasia als eines der letzten Gebiete des Byzantinischen Reiches stand und trotzte den Drohungen Sultan Mehmeds II. noch bis 1460. Als der letzte Despot der Morea die Stadt nicht mehr verteidigen konnte, verkaufte er sie zunächst an den Papst, doch die Einwohner unterstellten sich 1464 lieber dem militärisch stärkeren Venedig. Die Venezianer bauten die Festung massiv aus und integrierten sie in ihr Handelsnetz, mussten die Stadt jedoch 1540 nach einem neuen Konflikt an das Osmanische Reich abtreten.
Unter osmanischer Herrschaft trug die Stadt den türkischen Namen Menekşe (dt. „Veilchen“) und diente als Provinzzentrum. Nach einer kurzen venezianischen Rückeroberung im Jahr 1690, bei der die Bevölkerung auf rund 8.000 Einwohner anwuchs, fiel Monemvasia 1715 erneut an die Osmanen. Die Weinberge verfielen, der Handel kam zum Erliegen und die einst pulsierende Stadt verlor stetig an Bedeutung.
Am 23. Juli 1821 endete die osmanische Herrschaft nach einer viermonatigen Belagerung durch griechische Aufständische. Maniatische Kämpfer unter der Führung von Tzannetakis Grigorakis, Tsakonier unter Georgios Michalakis und weitere lokale Anführer zwangen die osmanischen Bewohner zur Kapitulation. Monemvasia war damit eine der ersten befreiten Festungsstädte im griechischen Unabhängigkeitskrieg.
Auf dem Höhepunkt ihrer Macht zählte die Stadt zwischen 10.000 und 25.000 Einwohner. Doch die Befreiung brachte keinen Aufschwung, innere Machtkämpfe und die Verlagerung der Handelsrouten ließen Monemvasia in der Bedeutungslosigkeit versinken. Um 1971 lebten nur noch 32 Menschen in der Festung. Erst seit den frühen 1980er Jahren lebt Monemvasia wieder auf, heute wohnen rund 50 bis 60 Menschen dauerhaft innerhalb der Mauern und der Tourismus hat dem Ort neues Leben eingehaucht.

Als die Osmanen die Stadt einnahmen, wurden die Weinberge zerstört und die Produktion kam zum Erliegen. Erst 2010 wurde der Malvasia-Wein mit einer eigenen geschützten Ursprungsbezeichnung neu aufgelegt. Heute kann man ihn bei der Monemvasia Winery verkosten, die seit 1997 an die große Weintradition der Stadt anknüpft. Das Weingut liegt etwa zehn Kilometer westlich von Gefira und lässt sich bestens mit einem Ausflug ins Umland verbinden. Mehr Informationen gibt es auf monemvasiawinery.gr.
Monemvasia gilt heute als eine der am längsten kontinuierlich bewohnten Festungsstädte Europas. Seit ihrer Gründung im Jahr 583 war sie nie vollständig verlassen, auch nicht während der tiefsten Krisenjahre. Der griechische Staat hat die byzantinische Stätte mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet und der berühmte griechische Dichter Giannis Ritsos, der 1909 in Monemvasia geboren wurde, nannte seinen Geburtsort ein „steinernes Schiff, das gleich in See stechen will“.
→ Was es auf einem Peloponnes Roadtrip alles zu entdecken gibt, erfährst du in diesem Beitrag: Peloponnes Rundreise
#7 Sehenswertes in der Umgebung
Monemvasia ist nicht nur ein faszinierender Ort für sich, sondern auch ein guter Ausgangspunkt, um die wilde und wenig besuchte südöstliche Ecke des Peloponnes zu erkunden. Die Gegend hat einige echte Geheimtipps zu bieten. Zahlreiche archäologische Stätten aus prähistorischer und mykenischer Zeit mit mächtigen Zyklopenmauern verteilen sich um Monemvasia, welche du an den Schildern „Archeologikos Choros“ erkennst. Wer alles in der Region erkunden möchte, sollte mindestens zwei bis drei Tage einplanen.
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Küstenort Gefira
Gefira ist die Kleinstadt auf dem Festland, die sich direkt gegenüber der Felseninsel befindet, und sie ist meist der erste Halt nach der Anreise. Hier findest du Geschäfte des täglichen Bedarfs, Supermärkte, Bäckereien und einfache Tavernen. Wenn die Parkplätze am Damm voll sind, kannst du dein Auto auch in Gefira parken. Gefira ist kein touristisches Highlight, aber recht sympathisch. Von der Uferpromenade aus hast du einen tollen Blick auf den Festungsberg. Dazu gibt es hier wirklich preiswerte Unterkünfte, siehe Booking.com*.
Kastraki Beach
In Monemvasia ist Baden nicht so einfach und der Gefira Beach versprüht wenig Charme. Etwa 10 Kilometer nördlich von Monemvasia liegt der Kastraki Beach, einer der schönsten und wildesten Strände dieser Küste. Der lange Kiesstrand ist komplett naturbelassen und wird stellenweise von Wildcampern aufgesucht. Oberhalb der Küste erkunden Abenteurer die Überreste der prähistorischen Siedlung von Epidavros Limira. Am Strand gibt es keine Taverne, aber etwas landeinwärts genießt du im To Patrikó sehr gute regionale Küche.
Limin Ieraka
Nicht verpassen solltest du den kleinen Weiler Limin Ieraka, der an einer geschützten, fjordähnlichen Bucht liegt und wie aus einer anderen Zeit wirkt: alte Steinhäuser, ein paar Fischerboote, die im Meer dümpeln, und viel Ruhe. Im Remetzo genießt du frischen Fisch und Meeresfrüchte direkt am Meer und die Botzi Bar ist der richtige Ort für einen Sundowner. Oberhalb des Dorfes befinden sich die spärlichen Überreste der antiken Stadt Zaraka. Der schweißtreibende Aufstieg wird mit einem grandiosen Panoramablick belohnt.
Kastania Höhle
Etwa 40 Kilometer südlich von Monemvasia, im Bergdorf Kastania, wartet eine der schönsten und am wenigsten besuchten Tropfsteinhöhlen des Peloponnes. Die Kastania Höhle wurde erst 1958 zufällig entdeckt und begeistert mit einem unterirdischen See sowie beeindruckenden Stalaktiten und Stalagmiten. Geführte Touren finden statt und die Öffnungszeiten variieren je nach Saison. Ein absoluter Geheimtipp, der sich perfekt mit einer Fahrt durch die bergige Landschaft Lakoniens verbinden lässt.
Insel Elafonisos
Wer von Monemvasia einen Tagesausflug unternehmen möchte, dem sei die kleine Insel Elafonisos wärmstens empfohlen. Der Hafen Pounta bei Neapoli ist etwa 35 Kilometer entfernt und von dort bringt dich eine kurze Fährfahrt in rund 10 Minuten auf die Insel, wo die Uhren anders ticken. Das absolute Highlight ist der Simos Beach, ein Doppelstrand aus weißem Sand und türkis-blauem Wasser, der karibisches Flair versprüht. Im charmanten Hafenort erwarten dich nette Tavernen und Cafés direkt am Meer.
→ Weitere Beiträge und zahlreiche Reisetipps für einen Peloponnes Roadtrip findest du hier:
FAQ zu Monemvasia
Wie komme ich nach Monemvasia?
Am flexibelsten bist du mit einem Mietwagen. Von Athen aus sind es ca. 322 km und etwa 4 Stunden über gut ausgebaute Autobahnen bis Tripoli und dann weiter über Sparta. Es gibt auch KTEL-Busse von Athen, allerdings mit wenigen Verbindungen täglich. Ohne Mietwagen wirst du die schönsten Ecken der Umgebung nicht erreichen.
Kann man mit dem Auto in die Festung fahren?
Nein, Monemvasia ist komplett autofrei. Du parkst außerhalb des Stadttores und läufst zu Fuß hinein. Die Parkplätze am Straßenrand sind begrenzt und in der Hochsaison empfiehlt es sich, früh anzukommen.
Wie viele Tage sollte man für Monemvasia einplanen?
Für einen Rundgang durch Unterstadt und Oberstadt (Akropolis) reichen drei bis vier Stunden. Wir empfehlen aber mindestens eine Übernachtung, um die besondere Abendstimmung und den frühen Morgen mitzuerleben, wenn die Tagesausflügler noch nicht da sind. Für die Umgebung mit Kastraki Beach, Limin Ieraka und der Kastania Höhle ist ein weiterer Tag ideal.
Ist Monemvasia für Familien mit Kindern geeignet?
Bedingt. Die Gassen und Treppen sind uneben und teils steil, mit Kinderwagen kaum zu bewältigen. Mit größeren Kindern, die gut zu Fuß sind, ist es ein echtes Abenteuer und die mittelalterliche Kulisse begeistert neugierige kleine Entdecker. Der Kastraki Beach mit dem ruhigen Wasser ist außerdem ideal für Familien.
Wann ist die beste Reisezeit für Monemvasia?
Im Frühling (April/Mai) und Herbst (September/Oktober) ist es angenehm warm, ruhiger und die Farben der Landschaft sind wunderschön. Im Hochsommer kann es in den engen Gassen sehr heiß und voll werden. Im Winter hat Monemvasia seinen ganz eigenen, fast melancholischen Charme, allerdings sind dann die meisten Restaurants und Hotels geschlossen.
Gibt es einen Strand in Monemvasia?
Direkt unterhalb der Festungsmauern gibt es den kleinen Badeplatz Portello Beach, der über Treppen und eine Einstiegsleiter erreichbar ist, naturbelassen, kein Sand, aber kristallklares Wasser. Für einen richtigen Badetag empfehlen wir den Kastraki Beach, etwa 10 Kilometer entfernt.
Was bedeutet der Name Monemvasia?
Der Name leitet sich aus dem Griechischen ab: „mone emvasi“ bedeutet „einziger Eingang“ und beschreibt den einzigen schmalen Zugang zur Felseninsel. Die mittelalterlichen Händler aus dem Westen – vor allem Franken und Venezianer – nannten den hiesigen Wein nach seinem Herkunftsort: So wurde aus Monemvasia der Name „Malvasia“, im Deutschen als „Malvasier“ bekannt, einer der meistgehandelten Weine des gesamten Mittelalters.
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