Um einen gelungenen Urlaub zu verbringen, muss es in Griechenland nicht immer eine Insel sein, das hat uns die Festlandregion um den Olymp, den höchsten Berg des Landes, einmal mehr bewiesen. Die sogenannte Olympische Riviera ist seit Jahren ein Insider-Tipp unter Nordeuropäern, zumindest in der Nebensaison, denn ab Mitte Juni ist der Küstenstreifen mit dem abwechslungsreichen Hinterland ein beliebtes Pilgerziel für Urlauber aus dem Balkan.
Die Olympische Riviera ist eine Region voller Kontraste: An der Küste reiht sich Sonnenliege an Sonnenliege mit Beachbar-Beschallung, und nur zehn Autominuten entfernt erwarten einen Vogelgezwitscher und unberührte Natur mit Wasserfällen in den Bergdörfern.
Tom & Ella
Bei unserem ersten Kurzbesuch vor Jahren waren wir ernüchtert, der Ferienort Olympiaki Akti wirkte wie eine Miniversion des Goldstrands von Bulgarien: Schirm an Schirm, Beachbars ohne Ende und ein Rummel direkt am Meer. Zeit also für eine zweite Chance, denn die Region hat zwei Gesichter, wer die trubelige Küste hinter sich lässt, wird von einem reizvollen Hinterland begrüßt.
Eine Woche haben wir uns am Fuße des Olymps auf Entdeckungstour begeben, stets mit Göttervater Zeus im Nacken, schnupperten alpine Luft und sahen märchenhafte Wasserfälle, antike Stätten und urige Bergdörfer. Am Ende waren wir positiv überrascht, wie günstig man hier noch Urlaub machen kann.
Unser persönliches Fazit gibt es am Ende des Beitrags, aber erst einmal stellen wir dir unsere 9 Highlights der Olympischen Riviera vor:
- Wo liegt die Olympische Riviera?
- Anreise zur Olympischen Riviera
- #1 Der Olymp: Wohnsitz der Götter
- #2 Litochoro: Das Tor zum Olymp
- #3 Enipeas-Schlucht und Kloster Agios Dionysios
- #4 Die Orlias-Wasserfälle
- #5 Katerini und Paralia
- #6 Antike Stätte von Dion
- #7 Die Burg von Platamonas
- #8 Palaios Panteleimonas: Das schönste Dorf am Olymp
- #9 Die Region um Stomio
- Weitere Reisetipps für die Olympische Riviera
- FAQ zur Olympischen Riviera
🏖️ Traumstrände & versteckte Buchten
🍽️ Restaurants, Tavernen & Cafés
🏛️ Must-See Highlights & antike Stätten
🗺️ Sehenswerte Orte & Geheimtipps
🚘 Praktische Infos wie Mietwagen & Parken
♾️ Lebenslanger Zugang & Updates
Wo liegt die Olympische Riviera?
Die Olympische Riviera liegt in Nordgriechenland am Thermaischen Golf, nur einen Katzensprung von Thessaloniki entfernt. Sie erstreckt sich vom Delta des Aliakmonas, einem einzigartigen Naturparadies, über die Stadt Katerini, den Hauptort der Region, gen Süden bis an die Ausläufer des Mount Ossa. Eigentlich ist „Olympische Riviera“ nur ein Marketingname, denn die Provinz heißt Pieria. Doch weil der Olymp mit seinen 2.918 Metern von fast überall aus sichtbar ist, hat sich der klangvolle Name über die Jahre eingeprägt.
Von Thessaloniki aus brauchst du mindestens eine Stunde Fahrtzeit, um die rund 70 Kilometer bis zur Olympischen Riviera zurückzulegen. Die Stadt Katerini mit ihren rund 60.000 Einwohnern bildet das Zentrum von Pieria. Als beliebteste Ferienorte gelten Paralia Katerini und Olympiaki Akti.
Aber hier müssen wir ehrlich sein: Im Sommer ist es im nördlichen Teil der Olympischen Riviera richtig voll. Urlauber aus Bulgarien, Rumänien und Serbien sind aufgrund der geografischen Nähe seit Jahren Stammgäste. Wer es ruhiger mag, sollte die Orte auf Höhe des Olymps ansteuern, wie Litochoro oder Leptokarya, oder ganz im Süden Platamonas und Neoi Poroi. Ob sich die Region für dich lohnt, erfährst du weiter unten im Beitrag.
💡 Beste Reisezeit für die Olympische Riviera: Der Olymp ist ein Wettermacher, weshalb es dort zu jeder Jahreszeit regnen kann. Dafür ist die Vegetation fast ganzjährig grün. Wir haben selbst im Juni kurze Schauer erlebt, die aber genauso schnell wieder vorbei waren. Trotzdem ist der Juni für uns der ideale Monat: Die große Hitze steht noch aus, bei milden Temperaturen um die 26 Grad macht das Wandern am Olymp richtig Spaß und an den Stränden hat man noch Platz. Mit Temperaturen von bis zu 35 Grad wird es im Juli und August richtig heiß, aber die Wasserfälle am Olymp sorgen für Abkühlung. Ab Mitte September wird es an der Küste wieder ruhiger. Im Hinterland haben im Oktober schon viele Tavernen und Läden geschlossen, die Temperaturen liegen aber noch bei angenehmen 24 Grad.
Anreise zur Olympischen Riviera
Am einfachsten erreichst du die Olympische Riviera mit dem Flugzeug nach Thessaloniki und anschließender Mietwagenfahrt. Direktflüge nach Thessaloniki gibt es von nahezu jedem europäischen Flughafen. Die Flugpreise sind günstiger als auf die griechischen Inseln, und selbst im Sommer gibt es Preiskracher von Easyjet, Ryanair und sogar Aegean ab 50 bis 60 Euro pro Strecke ohne Gepäck.
Die kurze Flugzeit nach Thessaloniki ist ein weiterer Vorteil der Region. Von Berlin aus beträgt sie 2:20 Stunden, von Wien aus 1:45 Stunden und von London aus 3:15 Stunden. Übrigens wird Thessaloniki sogar ganzjährig angeflogen.
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Ab Thessaloniki brauchst du einen Mietwagen, den du am besten vorab reservierst. Die Fahrt von Thessaloniki nach Paralia Katerini dauert über die Autobahn Aftokinitodromos 1 (A1 bzw. E75) je nach Verkehrsaufkommen etwa 1:15 bis 1:30 Stunden. An einigen Abschnitten wird Maut fällig, die an Schaltern zu zahlen ist. Wer möchte, baut sogar noch zwei Tage Citytrip in Thessaloniki ein, dann wird der Einstieg in den Urlaub noch entspannter. Die Mietwagenpreise ab Thessaloniki beginnen bei rund 30 Euro pro Tag.
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Generell lohnt es sich, bei zwei Wochen Urlaub einen Roadtrip durch Griechenland zu unternehmen, zum Beispiel nach Meteora, auf die Chalkidiki oder sogar bis zum Pilion bei Volos. So siehst du die facettenreichen Seiten Nordgriechenlands auf einer einzigen Reise. Du könntest die Reise beispielsweise wie folgt aufteilen: 2 Tage in Thessaloniki, 5 Tage an der Olympischen Riviera, 2 Tage in Meteora und 6 Tage auf der Chalkidiki.
Wer genug Zeit hat, kommt mit dem eigenen Auto über die Balkanroute an die Olympische Riviera. Wir haben das schon zig Mal gemacht und hatten nie Probleme. Von München nach Katerini sind es 1.600 Kilometer, also rund 16,5 Stunden reine Fahrtzeit, mit zwei Übernachtungs- Stopps gut machbar.
→ Alles Wichtige zur Anreise nach Griechenland findest du in unserem separaten Beitrag: Griechenland Anreise
#1 Der Olymp: Wohnsitz der Götter
Der Olymp ist das höchste Gebirge Griechenlands und der Namensgeber des rund 80 Kilometer langen Küstenstreifens. Schon bei der Anfahrt von Thessaloniki aus siehst du das gewaltige Bergmassiv emporragen, das selbst im Sommer manchmal tagelang in Wolken gehüllt ist. In der Antike galt der Olymp als Sitz der zwölf Hauptgötter, allen voran Zeus. Heute ist er ein Nationalpark mit außergewöhnlicher Flora und Fauna. Über 1.500 Pflanzenarten wachsen hier, und selbst Steinadler und Gämsen kannst du mit etwas Glück beobachten.
Sobald du die Küste verlässt, spürst du den alpinen Charakter der Region, und das Entdeckerherz ist sofort geweckt. Der Olymp wurde offiziell erst im Jahr 1913 bestiegen, und zwar von den Schweizern Frédéric Boissonnas und Daniel Baud-Bovy, die vom Einheimischen Christos Kakalos geführt wurden. Aber Gipfelstürmer aufgepasst: Der höchste Punkt, der Mytikas mit 2.918 Metern, ist nur etwas für geübte Wanderer. Zudem lässt sich der Gipfel nicht einfach so an einem Tag bezwingen, es sind Übernachtungen in Schutzhütten nötig.
→ Unsere Gastautorin Andrea hat sich ins Abenteuer gestürzt und teilt in diesem Beitrag ihre Erfahrungen vom Aufstieg auf den Olymp mit dir: Olymp Griechenland
Es stört keinesfalls, dass nicht jedermann den Gipfel erreicht, denn an den Ausläufern gibt es mehr als genug zu entdecken. Was du dir nicht entgehen lassen solltest, ist die panoramareiche Fahrt nach Prionia auf 1.100 Meter Höhe. Es geht durch dichten Nadelwald, vorbei an steilen Felswänden, immer oberhalb der Enipeas-Schlucht, hinauf zur ersten Schutzhütte des Olymps. Von hier starten mehrere Tageswanderungen unterhalb des Olymps (siehe #3).
🗺️ Wer möchte, kann sich einer der geführten Touren zu den Highlights des Olymp-Nationalparks anschließen. Die Ausflüge starten in Litochoro bzw. Thessaloniki und sind über GetYourGuide* buchbar: Nationalpark-Touren ansehen*
#2 Litochoro: Das Tor zum Olymp
Der Ort Litochoro am Fuße des Olymps ist das wichtigste touristische Zentrum im Hinterland der Olympischen Riviera. Mit über 7.000 Einwohnern ist Litochoro schon lange kein verträumtes Bergdorf mehr, und auch wir waren bei unserem ersten Besuch etwas ernüchtert. Auf Social Media zeigt sich Litochoro gern mit kopfsteingepflasterten Gassen und Häusern in traditioneller makedonischer Architektur, doch vielerorts dominieren moderne Bauten, und die lange Agiou Nikolaou Straße ist eine Aneinanderreihung von Bars, Gyros-Tavernen und Souvenirläden.
Der Tourismus ist hier fest verankert, täglich karren Bustouren griechische und auch Gäste vom Balkan herein, die im Entengang ihre Schleife durch den Ort drehen. Die wenigen schönen Plätze der Kleinstadt muss man erst einmal finden. Da hat uns Palaios Panteleimonas um Welten besser gefallen (siehe Punkt #8). Versteh uns nicht falsch: Der Ort hat einen gewissen Reiz, schließlich liegt er direkt am Ausgang der Enipeas-Schlucht, die wie ein Fenster hinauf zum Götterberg wirkt. So richtig begeistert hat uns Litochoro aber nicht.
Dennoch gehört Litochoro zum Pflichtprogramm an der Olympischen Riviera. Am platanengesäumten Platia Eleftherias, dem zentralen Dorfplatz von Litochoro, mit der hübschen Kirche Agios Nikolaos lässt es sich im Adonis Cafe & Bistro gut verweilen und das Treiben der einfahrenden Busse und Reisegruppen bei einem kühlen Freddo beobachten. Hinter dem Olympus View Hotel erwartet dich zudem eine grandiose Aussicht auf die am Hang gebauten Häuser mit dem Olymp im Hintergrund.
Lohnenswert ist auch ein kurzer Spaziergang durch den Litochoro Municipal Park, ein von Pinien beschattetes Stadtwäldchen, wo ein quadratisch angelegter See samt Springbrunnen in der Mitte ein tolles Fotomotiv hergibt. Direkt am Stadtpark können Geschichtsinteressierte einen Abstecher ins Marinemuseum einlegen. Verpasse nicht am Abend, wenn die meisten Tagesausflügler wieder abgereist sind, in eine der sehr guten Mezedopoleia einzukehren (Unser Favorit: Ta Mezedakia).
🛏️ Litochoro wird nicht nur von Olymp-Bergsteigern als Übernachtungsort genutzt. Am Abend hat Litochoro einen besonderen Charme und in den urigen Archontika (traditionellen Pensionen) fühlt man sich richtig wohl. Ein Blick auf Booking.com* lohnt sich.
#3 Enipeas-Schlucht und Kloster Agios Dionysios
Die Enipeas-Schlucht gehört zu den beliebtesten Wandergebieten der Olympischen Riviera. Sie trägt ihren Namen vom Fluss Enipeas, der in rund 2.000 Metern Höhe entspringt, von zahlreichen Quellbächen gespeist wird und sich über Jahrtausende tief ins Massiv gegraben hat.
Heute ist die Schlucht Teil des E4-Fernwanderwegs. Die komplette Durchquerung von Litochoro auf 320 Metern hinauf nach Prionia auf 1.100 Metern misst rund 12 Kilometer und dauert etwa fünf Stunden. Vorbei an wilder Natur geht es über zahlreiche Brücken, immer entlang des Bachlaufs und vorbei an kleinen Wasserfällen.
Das Highlight der Enipeas-Schlucht ist definitiv das alte Kloster Agios Dionysios auf gut 850 Metern Höhe. Gegründet wurde es 1542 vom Heiligen Dionysios und im Laufe der Jahrhunderte mit wuchtigen Wehrmauern ausgestattet. Immer wieder wurde es in Mitleidenschaft gezogen, im Osmanischen Reich niedergebrannt und im Zweiten Weltkrieg zerstört. Danach zog die Mönchsgemeinschaft hinunter ins Metochi bei Litochoro, das neue Kloster.
Erst kürzlich restauriert, erstrahlt es wieder in voller Pracht und ist mit seinen Natursteinmauern, dem Katholikon mit seinen Schieferdächern und einem begrünten Innenhof ein echter Blickfang. Zum Dionysios-Kloster gelangst du auch ohne Wanderung, ganz bequem per Auto auf dem Weg nach Prionia. Bitte achte auf angemessene Kleidung im Kloster, der Eintritt ist kostenlos.
- Öffnungszeiten altes Kloster Agios Dionysios: im Sommer tgl. 9–18 Uhr | Eintritt frei
Wanderung zur Heiligen Höhle & Enipeas Wasserfall
Vom Kloster erreichst du in jeweils etwa 35 Minuten die Heilige Grotte des Dionysios in südlicher Richtung sowie den Enipeas-Wasserfall in nördlicher Richtung. Die Wege sind familiengerecht, zwar schmal, aber gut begehbar, unsere damals fünfjährige Tochter hatte keinerlei Mühe. In der Höhle soll der Heilige einst Zuflucht gefunden haben, an einer Stelle fließt eiskaltes Quellwasser aus dem Fels, davor steht eine strahlend weiße Kapelle.
Der Enipeas-Wasserfall ist eine der vielen Kaskaden des gleichnamigen Baches. Er ist relativ einfach zu erreichen, denn vom Parkplatz des Klosters aus führt ein gut ausgebauter Wanderpfad zum Wasserfall. Er führt ganzjährig Wasser und ist mit seiner üppigen Naturpracht zudem ein sehr fotogener Ort, an dem sich Libellen und Frösche wohlfühlen. Baden darf man hier allerdings nicht, da der Enipeas der Trinkwasserversorgung dient.
⚠️ Enipeas Wanderung (Stand Juli 2026): Nach starken Regenfällen im Frühjahr 2026 wurden mehrere Brücken in der Schlucht beschädigt. Eine komplette Wanderung von bzw. bis Litochoro ist deshalb aktuell nicht möglich. Erkundige dich vor deiner Tour nach dem aktuellen Zustand der Wege.
Auszeit in Prionia
Etwa 3 Kilometer nördlich vom Kloster liegt Prionia, und wenn du ohnehin mit dem Mietwagen unterwegs bist, ist das ein Pflichtstopp. Der Name bedeutet übersetzt so viel wie „die Sägen“ und erinnert an die alten wassergetriebenen Sägewerke, die hier einst standen. Auf gut 1.100 Metern Höhe endet die Fahrstraße, und für die meisten Gipfelstürmer beginnt genau hier der Aufstieg auf den Olymp. Die örtliche Taverne Prionia ist einer dieser unwirklichen Orte, die so gar nichts mit den typischen blau-weißen Postkartenmotiven zu tun haben.
Bei kühler Bergluft herrscht hier regelrechte Hüttenstimmung und im Familienbetrieb wird seit Generationen deftige griechische Küche serviert. Unbedingt probieren solltest du die Aigosoupa (traditionelle Ziegensuppe), die uns an diesem Ort erstaunlich gut geschmeckt hat. Alternativ gibt es köstliche Fasolada (Bohnensuppe), aber natürlich auch Klassiker wie griechischen Salat, Tzatziki und Co. Bei angenehmen 21 Grad haben wir hier einen tollen Nachmittag mit Alpenpanorama genossen, wohlgemerkt, an der Küste waren es zeitgleich 30 Grad!
Wenn du dann wieder die kurvenreiche Fahrt gen Küste einschlägst, leg noch einen kurzen Fotostopp am Aussichtspunkt Ziliana ein. Ebenfalls sehr sehenswert ist das unweit des Olymp-Nationalpark-Informationszentrums gelegene neue Kloster Agios Dionysios. Besonders am späten Nachmittag ist die Stimmung hier sehr romantisch. Zünde eine Kerze im Katholikon (1954 eingeweiht) für deine Lieben zu Hause an und wirf ruhig einen Blick in den Klostershop, wo neben religiösen Souvenirs auch Bergtee vom Olymp, Wein und Honig angeboten werden.
- Öffnungszeiten neues Kloster Agios Dionysios: im Sommer tgl. 7 –20 Uhr (Katholikon zur Siesta geschl.) | Eintritt frei
#4 Die Orlias-Wasserfälle
Der Orlias-Bach liegt an der Nordostflanke des Olymp-Massivs, etwa 20 Minuten von Litochoro entfernt, und gilt heute als beliebtes Wandergebiet an der Olympischen Riviera. Auch hier begegnet dir die griechische Mythologie wieder, denn der Sage nach fand der berühmte Sänger Orpheus hier sein grausames Ende durch rasende Frauen. Als diese sich das Blut abwaschen wollten, weigerte sich der Fluss und tauchte in die Unterwelt ab. Erst bei Dion kam er wieder zum Vorschein (siehe #6).
Zu empfehlen ist die kurze Wanderung zu den Orlias-Wasserfällen. Mit dem Auto geht es eine schmale Straße hinauf bis zu einem Parkplatz mit Kantina. Von dort erreichst du in wenigen Minuten und recht einfach den Wasserfall der Musen. Aus rund zehn Metern stürzt das Wasser in ein smaragdgrünes Becken, das besonders zur Mittagszeit malerisch schimmert. Überall schwirren Libellen, Bienen und Frösche, fast wie im Märchenwald. Mutige können sich im eiskalten Becken erfrischen.
Etwas weiter südlich findest du eine weitere Kaskade, den Aphrodite-Wasserfall, wo das Wasser aus noch etwas größerer Höhe herabstürzt. Das Becken ist sogar etwas breiter und ebenfalls sehr fotogen. Ab und zu kannst du hier abenteuerlustige Urlauber beim Canyoning beobachten. Der Abstieg zum Aphrodite-Wasserfall ist etwas schwieriger, aber auch unsere Tochter hat es gemeistert. Wer noch Lust zum Wandern hat, folgt der roten Markierung 2,8 Kilometer weiter zum Kokkinos Vrachos (Red Rock). Wanderschuhe sind hier ein Muss!
Agia Kori Wasserfälle und Kapelle
Etwas weniger bekannt, aber ebenfalls sehr sehenswert sind die Wasserfälle von Agia Kori, samt gleichnamiger Kapelle, versteckt im dichten Wald. Du erreichst Agia Kori über die Asphaltstraße vom Dorf Vrontou aus. Am großen Parkplatz angekommen, sind es etwa 500 Meter über einen breiten Weg bis zu den Wasserfällen, die über eine Holzbrücke zu erreichen sind. An heißen Tagen lohnt es sich, hier im türkisblauen Becken abzukühlen. Etwas weiter bergauf kannst du noch den Bachlauf erkunden, der Weg ist allerdings mühsam.
Vom Parkplatz aus geht es in östlicher Richtung zur Kapelle Agia Kori, was so viel wie „Heiliges Mädchen“ bedeutet. Über 170 Treppenstufen gelangst du hinunter in die Schlucht, wo sich dir ein verwunschener, von der Natur überwucherter Ort präsentiert. Der Sage nach floh ein tiefgläubiges christliches Mädchen aus Zagori bei Ioannina vor Ali Pascha, der sie in seinen Harem zwingen wollte, und versteckte sich in einer Höhle hier in der Schlucht. Als Holzfäller Jahre später ihr unversehrtes Skelett fanden, das eine Ikone umklammerte, entsprang an der Stelle ihres Grabes eine Quelle.
Bis heute ist Agia Kori ein lebendiger Wallfahrtsort und viele Gläubige pilgern hierher, um das heilige Quellwasser zu trinken oder sich damit zu waschen. Besonders Eltern kranker Mädchen suchen hier Trost und Heilung. Sie beten an der Kapelle und binden Kleidungsstücke oder Schmuck ihrer Kinder an die Bäume, in der Hoffnung auf ein Wunder. Wer noch mehr entdecken möchte, begibt sich zur byzantinischen Agia-Triada-Kirche (1597), die majestätisch auf einem Felssporn über einer Schlucht thront, am Abzweig nach Agia Kori.
💡 Tipps für den Olymp-Nationalpark: Der Olymp wurde schon 1938 zum ersten Nationalpark Griechenlands erklärt, seine Kernzone umfasst rund 4.000 Hektar. Bitte denk daran, dass die Schluchten am Olymp ein sehr empfindliches Ökosystem sind. An den Parkplätzen stehen nicht immer Mülleimer, nimm deinen Abfall also unbedingt wieder mit. Anfang Juni waren die Wasserfälle der Olymp-Region noch richtig plätschernd, im Spätsommer führen sie deutlich weniger Wasser. Zum Baden empfehlen sich Badeschuhe, da die Steine am Ufer rutschig sind.
#5 Katerini und Paralia
Katerini ist die Hauptstadt der Region Pieria, liegt etwa 8 Kilometer vom Meer entfernt und ist mit knapp 60.000 Einwohnern eine geschäftige griechische Stadt. Für Touristen hat man sich nicht sonderlich herausgeputzt. Langjährige Griechenland-Kenner finden aber Geschäfte aller Art, authentische Tavernen ohne Schnickschnack und eine ausgeprägte Kaffee-Kultur. Freddo Cappuccino für 2,50 Euro – Katerini macht’s möglich. Im Stadtpark können Kinder ausgelassen toben, und die Cafés daneben laden zum Verweilen ein (Tipp: EKABI Lounge Bar).
Wir haben Katerini jahrelang als Zwischenstopp angefahren, zum einen wegen des an der Autobahn gelegenen Jumbo-Markts, der einfach alles führt. Zum anderen gibt es hier die Max Bakery, eine der besten Bäckereien des Landes, betrieben von Griechen, die einst in Stuttgart gelebt haben. Und generell trifft man in und um Katerini viele deutschsprachige Hellenen. Viele zogen in den 1960er Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland. Zahlreiche kehrten später nach Katerini zurück und brachten die deutsche Sprache und so manche schwäbische Backkunst gleich mit.
Das touristische Leben von Katerini spielt sich aber in Paralia ab (griechisch für Strand), dem größten Ferienort im Norden der Olympischen Riviera. Der im Schachbrettmuster angelegte Ort versprüht nicht unbedingt griechisches Flair, aber am langen Strand mit grobem Sand reihen sich zahlreiche Tavernen und Bars aneinander, und die Unterkunftspreise liegen selbst im Sommer unter dem griechischen Durchschnitt. Entsprechend voll ist es hier in der Hochsaison, bis auf das letzte Zimmer ist alles ausgebucht.
Paralia Katerini ist beliebt bei Balkantouristen, und auch wir haben uns nach ein, zwei Tagen mit dem Ort angefreundet. Die Promenade verwandelt sich allabendlich in eine riesige Flaniermeile, in deren Zentrum die fotogene Agia-Fotini-Kirche steht. Besonders urig ist es am südlichen Ortsrand, wo im Fischerhafen bunte Kaiki im Meer dümpeln und sich im Hintergrund der Olymp erhebt. Am Abend kannst du in den Tavernen gemütlich den Tag ausklingen lassen. Glücklicherweise hatten wir unser Domizil, die ELLE Rooms & Suites, genau hier, was sich als echter Jackpot herausstellte.
Kloster Ephraim des Syrers
Etwa 10 Kilometer außerhalb von Katerini lohnt sich der Besuch des Klosters Ephraim des Syrers (Moni Agiou Efraim). Das 1983 errichtete Kloster ist im makedonischen Stil gehalten und liegt etwas erhöht am Fuße des Olymps, und allein der Ausblick auf die Umgebung ist großartig. Heute lebt hier eine Gemeinschaft von Nonnen, die sich hingebungsvoll um die Anlage kümmern. Überall blüht und grünt es, Katzen schleichen umher. Die freundlichen Nonnen servieren zur Begrüßung sogar griechischen Mokka, Tee und Loukoumi.
Im Zentrum der Anlage steht das riesige Katholikon, das wie ein Tempel emporragt. Sein Namensgeber Ephraim der Syrer war ein Heiliger und Dichter des 4. Jahrhunderts, dessen Lieder und Gebete früh ins Griechische übersetzt wurden und bis heute in der orthodoxen Kirche ihren Gesang finden. Es ist das einzige Kloster in ganz Griechenland, das diesem Heiligen geweiht ist. Wir waren an einem Sonntag da und hätten nicht mit so viel Andrang gerechnet, gleich mehrere griechische Ausflugsbusse erreichten das Kloster.
- Öffnungszeiten Kloster Ephraim: tgl. 10–13:30 und 17–19:30 Uhr | Eintritt frei (Spende erwünscht)
Geschichtsfans sollten noch einen Abstecher zur Kirche Panagia Kontariotissa machen. Sie stammt aus dem 11. Jahrhundert und birgt im Inneren beeindruckende byzantinische Fresken. Noch bemerkenswerter ist, dass einzelne Bauteile der Kirche von der antiken Stätte Dion stammen. Leider ist die Kirche nur zum Gottesdienst (Di und Do von 15 bis 17 Uhr) sowie bei Taufen und Hochzeiten geöffnet.
Für einen kleinen Snack empfiehlt sich im Dorf Kontariotissa die Patisserie Doulas. Besorg dir ein Pagotinia (Mini-Eis) auf die Hand oder eine frisch gemachte Portokalopita (Orangenkuchen), dazu guter Kaffee. Wenn du noch Zeit hast, kannst du im Anschluss in etwa zehn Minuten über das Dorf Karitsa zur antiken Stätte von Dion weiterfahren.
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#6 Antike Stätte von Dion
Dion liegt an den Ausläufern des Olymp-Gebirges, etwa 10 Kilometer nördlich von Litochoro beziehungsweise 15 Kilometer südlich von Katerini. Wir haben inzwischen zahlreiche antike Stätten in Griechenland besucht und dachten, dass uns auch hier ein typisches Ruinenfeld mit Säulenstümpfen erwartet. Doch der archäologische Park von Dion wird seinem Namen voll gerecht.
Anfang Juni grünt und blüht es überall, jahrhundertealte Platanen spenden Schatten, sprudelnde Bäche fließen entlang der historischen Wege und kleine Quellen treten wie aus dem Nichts aus der Erde. Schmetterlinge und Libellen schwirren durch die Luft, während sich Frösche und Schildkröten zwischen den uralten Ruinen tummeln. Die Stätte wirkt wie ein verwunschener Garten, und nicht nur für unsere Tochter war sie ein Highlight der Olympischen Riviera.
→ Alles zur Geschichte, den einzelnen Bauwerken und dem Museum von Dion erfährst du bald in unserem ausführlichen Beitrag.
Der Name Dion leitet sich von »Dios« ab, dem Genitiv des Zeus, denn die Stadt war das wichtigste Heiligtum der antiken Makedonier zu Ehren des Göttervaters. Um 400 v. Chr. erklärte König Archelaos Dion zur heiligen Stadt und rief alljährliche Festspiele ins Leben, die denen in Olympia ähnelten. Philipp II. feierte hier 348 v. Chr. seinen Sieg über Olynth, und sein Sohn Alexander der Große opferte in Dion vor dem Aufbruch zum Asienfeldzug. Unter den Römern erlebte die Stadt eine zweite Blütezeit.
Das Areal erstreckt sich über rund 150 Hektar, du kannst hier also problemlos einen halben Tag verbringen. Zu den wichtigsten Bauten zählen das hellenistische Theater, das ägyptische Isis-Heiligtum mitten im Wasser, die römische Agora, das prunkvolle Haus des Epigenes mit seinen Mosaikböden und die römischen Thermen samt sichtbarer antiker Fußbodenheizung. Im Museum von Dion im gleichnamigen Dorf steht zudem die Hydraulis, eine antike Wasserorgel und das älteste erhaltene Tasteninstrument der Welt.
- Öffnungszeiten Archäologischer Park Dion: Sommer (April bis Oktober) tgl. ca. 8–20 Uhr, Winter (November bis März) verkürzt 8:30–15:30 Uhr | Eintritt: 10 € (EU-Bürger unter 25 Jahren frei)
🗺️ Du kannst die antike Stadt auch im Rahmen eines organisierten Ausflugs besuchen, bei dem dir die mythologischen Zusammenhänge genau erklärt werden. Geführte Dion-Touren kannst du über GetYourGuide buchen*.
#7 Die Burg von Platamonas
Etwa 20 Minuten von Litochoro entfernt liegt die Burg von Platamonas eindrucksvoll auf einem Hügel direkt oberhalb des Meeres. Dank ihrer spektakulären Lage und der Nähe zur Autobahn A1 zählt sie zu den Top-Sehenswürdigkeiten der Olympischen Riviera. Die fränkische Festung aus dem Jahr 1205 wurde auf den Grundmauern einer byzantinischen Anlage errichtet, die wiederum auf der antiken Stadt Herakleion stand. Durch das Haupttor betrittst du einen weitläufigen Hof, umgeben von einer rund 500 Meter langen, massiven Mauer.
Im Gegensatz zu anderen Festungen ist der Innenbereich schön begrünt und zahlreiche Bäume spenden Schatten. Dich erwarten die Fundamente alter Häuser und Kirchen, die Überreste einer Schmiede und einer Töpferei, Zisternen sowie spätmittelalterliche Kanonen. Blickfang der Anlage ist der markante, achteckige Wehrturm aus dem 15. Jahrhundert, der 20 Meter emporragt. Sehenswert ist auch die kleine Kirche Agia Paraskevi, die nicht immer geöffnet ist.
🎭 Olympos-Festival: In den Monaten Juli und August verwandelt sich die Burg zu einer der schönsten Freilichtbühnen Griechenlands. Beim Olymp-Festival finden hier Theateraufführungen und Konzerte statt – mit dem Meer zu Füßen und dem Götterberg im Rücken. Seit 2010 wird das Festival mit einem Gastland gestaltet, sodass auch internationale Künstler eine Auftrittsmöglichkeit erhalten. Mehr Infos auf: festivalolympou.gr/en/
Das Kastro Platamonas blickt auf eine ereignisreiche Geschichte zurück und wechselte mehrmals seine Besitzer. Im Jahr 1425 kam es in den Besitz der Venezianer, die es zwei Jahre später an die Osmanen verloren. Im April 1941 wurde die alte Festung noch einmal zum Schauplatz eines Gefechts. Neuseeländische Soldaten hatten sich auf dem Burghügel verschanzt, um den deutschen Vormarsch nach Süden aufzuhalten, und hielten zwei Tage lang der Übermacht stand.
- Öffnungszeiten Kastro Platamonas: Mi–Mo von 8:30–15 Uhr | Eintritt: 10 €
Aber selbst außerhalb der Öffnungszeiten kannst du gemütlich auf dem Wanderweg einmal um die Burg gehen und tolle Blicke auf die Umgebung genießen. Eine fotogene Ansicht auf die Festung hast du zudem vom Dorf Neos Panteleimonas an der Kirche Ag. Eleutherius direkt gegenüber. Nach der Burgbesichtigung lohnt sich ein Besuch der Küstenorte Platamonas oder Neoi Poroi. Nach all dem Sightseeing kannst du in der Pirate Beach Bar am breiten Neoi Poroi Beach die Seele baumeln lassen.
🛏️ Neoi Poroi gehört zu den ruhigen Urlaubsorten der Olympischen Riviera, bis Anfang Juli ist es hier herrlich entspannt. Schöne Unterkünfte in Neoi Poroi gibt es auf Booking.com*.
#8 Palaios Panteleimonas: Das schönste Dorf am Olymp
Palaios Panteleimonas liegt auf gut 440 Meter Höhe und ist zweifelsfrei der schönste Ort der Olympischen Riviera. Als beliebtes Tagesausflugsziel wird das Dorf entsprechend von Busgruppen angefahren. Am ruhigsten geht es am späten Nachmittag zu, wenn die Busse wieder weg sind. Am Ortseingang parkst du deinen Mietwagen kostenlos auf dem Gemeindeparkplatz, denn das Dorf ist vollständig verkehrsberuhigt. Von dort geht es über alte Kopfsteinpflastergassen bergauf ins traditionelle Dorf hinein.
Gegründet wurde die Siedlung wohl Ende des 14. Jahrhunderts, erbaut von Steinmetzen aus dem Epirus. In den 1950er Jahren gaben die Bewohner ihr Bergdorf auf und siedelten hinunter ans Meer, wo Neos Panteleimonas entstand. Jahrzehntelang verfielen die hübschen Steinhäuser. Um 1980 kehrten die Einheimischen zurück und restaurierten ihre Häuser originalgetreu. Der heutige 50-Seelen-Ort ist wirklich bezaubernd, hat aber nichts mit dem klischeehaften weiß-blauen Griechenland-Image aus Katalogen zu tun.
Bei einem Streifzug durch das Dorf kommst du an vielen originellen Geschäften vorbei, die selbstgemachte Produkte anbieten, darunter Honig vom Erdbeerbaum, der hier heimisch ist, sowie eigene Nudeln und Bergtee. Zu empfehlen sind Arxontiko (Feinkost und Souvenirs), Iris Gift Shop (Souvenirs aller Art) und Kallantin (Kunst und Schmuck). Letzteres wird von der liebenswerten Chrysoula geführt, die früher in Deutschland gelebt hat. Lass ihr ein paar Grüße von uns da.
Im Dorfzentrum steht die ehrwürdige Kirche Agios Panteleimon, umgeben von jahrhundertealten Platanen. Direkt daneben findest du die alte, liebevoll restaurierte Dorfschule. Rund um den Platz laden einige Lokale zum Einkehren ein, besonders urig wird es am Abend. Für einen Kaffee empfehlen wir dir das Old Café – Fofo’s Desserts am westlichen Dorfrand. Von dort aus genießt du einen unvergesslichen Blick auf den Olymp.
Auf Zeitreise in Palioi Poroi
Wenn du auf der Suche nach einer richtig traditionellen Taverne mit köstlicher Hausmannskost bist, dann schau mal ins Nachbardorf Palioi Poroi. Von Palaios Panteleimonas aus erreichst du den Ort in etwa 15 Minuten über einen Schotterweg oder alternativ vom Meer aus über die Asphaltstraße von Platamonas aus.
In Palioi Poroi leben nur noch eine Handvoll Familien und irgendwie scheint die Zeit hier stehen geblieben zu sein. Umso ehrenhafter, dass es gleich zwei Tavernen gibt, die hungrige Durchreisende versorgen. Wir sind in die Taverne To Scholeio (die Schule) von Wirt Kostas eingekehrt. Auch er spricht Deutsch, und sein Wildschweinbraten mit Pflaumensoße war eine der köstlichsten Gaumenfreuden, die wir je in Griechenland hatten. Behalte am Abend die Zeit im Blick, denn von hier aus brauchst du mindestens 50 Minuten zurück bis nach Katerini.
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#9 Die Region um Stomio
Südlich von Platamonas endet die Provinz Pieria und damit offiziell die Olympische Riviera. Aber das tut dem Entdeckerherz keinen Abbruch, denn rund um den Küstenort Stomio, etwa eine Stunde von Katerini entfernt, gibt es noch viel zu entdecken. Stomio selbst ist ein kleiner Küstenort, der vor allem bei Griechen beliebt ist und den Beinamen Paralia Larissa trägt. Die 160.000-Einwohner-Stadt Larissa, die alljährlich griechische Hitzerekorde aufstellt, liegt nur 40 Minuten im Hinterland entfernt, und am Wochenende zieht es gefühlt die halbe Stadt hier ans Meer.
Vor allem die Region um Nea Mesangala hatte es uns angetan, hier geht es sehr entspannt zu, das Meer war kristallklar, und beim hellen feinen Sandstrand kam sofort Urlaubsfeeling bei uns auf. Dazu erwarten dich tolle Beachbars wie die mesAngeles Beach Bar, wo wir bei den Inhabern Makis und Elena eine tolle Zeit verbrachten, während unsere Kleine fröhlich mit der Tochter der beiden spielte. Das ist einer dieser Orte in Griechenland, an denen man gerne länger geblieben wäre. 🙂
Bei deiner Erkundungstour kommst du an weiten Plantagenfeldern vorbei, an deren Ranken kleine pelzige Früchte hängen: Kiwis! Die Provinz Pieria ist das älteste und wichtigste Kiwi-Anbaugebiet Griechenlands, und das Land gehört inzwischen zu den größten Kiwi-Produzenten der Welt. Reif sind die griechischen Kiwis aber erst ab Ende Oktober, dann werden sie hier überall angeboten.
Platia Ammos und Kokkino Nero
Von Stomio führt eine landschaftlich sehr reizvolle Küstenstraße weiter gen Süden, tief in die Region Kissavos, einen der unbekanntesten Landstriche Griechenlands. Vom Berg Kissavos, der auch als Ossa bekannt ist und mit 1.978 Metern als sagenumwobener Bruder des Olymp gilt, fallen dicht bewaldete Hänge direkt zur Ägäis hin ab. In den dichten Wäldern verbergen sich einige Schätze, darunter uralte Klöster und märchenhafte Steinbrücken.
Wir haben uns diese weitgehend unberührte Küste einen Nachmittag lang angeschaut und waren restlos begeistert, sodass wir unbedingt in naher Zukunft noch einmal zurückkehren wollen. Allein der Strand Platia Ammos war ein Traum, üppiger Mischwald reicht hier bis ans Meer heran, überall fließen kleine Bäche ans Ufer. In der Taverne Para Thin Alos (ΠΑΡΑ ΘΙΝ ΑΛΟΣ) bei Wirt Evripidis lässt es sich den ganzen Tag aushalten.
Unser persönliches Highlight der Region sind die eisenhaltigen Quellen von Kokkino Nero, was übersetzt „rotes Wasser“ bedeutet. Unter jahrhundertealten Platanen stehen mehrere Steinbecken zur Verfügung, in denen du dich erfrischen kannst. Selbst im Hochsommer bleibt es hier angenehm kühl und vor allem erstaunlich ruhig. Das Quellwasser ist extrem eisenhaltig. Es ist zwar klar, sobald es jedoch Sauerstoff ausgesetzt wird, setzt sich das gelöste Eisen ab und färbt Gestein und Becken rostrot.
Vor Ort trafen wir fast ausschließlich auf Gäste aus Bulgarien und Tschechien. Kein Wunder, schließlich haben die beiden Länder jahrzehntelange Erfahrung mit Heilquellen. Das Wasser war bei unserem Besuch extrem kalt, weshalb wir uns nur mit den Beinen hineingewagt haben. Die heilende Wirkung ist jedoch offiziell belegt und ausgeschildert und das Wasser kann sogar als Trinkkur verwendet werden.
→ Weiter südlich schließt sich dann die Region Pilion an, ein tolles Ziel für Roadtrip-Fans und Camper, hier geht es zum Beitrag: Pilion Griechenland
Weitere Reisetipps für die Olympische Riviera
Hotel-Tipps für die Olympische Riviera
Die Olympische Riviera bietet für jeden Geldbeutel etwas, und die Preise sind selbst für hochwertige Unterkünfte richtig fair. Wo du auf den Inseln im August für ein Top-Hotel locker 200 Euro pro Nacht hinlegst, bekommst du hier Vergleichbares schon für 140 Euro. Es gibt herrlich ruhige Standorte in den Bergen und lebhafte Küstenorte mit Nachtleben. Die Unterkünfte im Hinterland sind noch einmal deutlich günstiger als direkt am Meer. Somit stellt sich die Frage: Erholung oder Trubel?
Welcher Ferienort an der Olympischen Riviera passt zu mir?
- Paralia und Olympiaki Akti → Meerlage und Leben, vom Budget-Hostel bis zum Boutique-Hotel
- Litochoro → Wanderer und Olymp-Fans, urige Pensionen und Apartments
- Plaka → Ruhesuchende und Familien, Villen mit Pool und Apartments
- Palaios Panteleimonas → Romantik und Ruhe, traditionelle Unterkünfte
- Leptokarya, Platamonas und Neoi Poroi → entspannter Mix, kleine Hotels und Studios
→ Auf Booking.com* findest du alle Unterkünfte der Region und kannst sie direkt auf der Karte miteinander vergleichen.
🏕️ Camping an der Olympischen Riviera: In der Region gibt es einige Campingplätze, von denen die meisten direkt am Meer oder in dessen Nähe liegen. Im Hochsommer solltest du allerdings wissen, dass es abends laut werden kann, viele Plätze haben eigene Beachbars bzw. Tavernen. Unsere Empfehlungen sind Camping Goldbeach (nahe Dion), Camping Sylvia (Plaka Litochoro) und Camping Orpheus (Paralia Skotinas). Alles Wichtige rund ums Campen in Griechenland findest du in unserem separaten Beitrag: Camping in Griechenland
Unsere persönliche Hotel-Empfehlung
ELLE Rooms & Suites, Paralia Katerini
Das ELLE Rooms & Suites im ruhigen Teil von Paralia ist für uns eine absolute Empfehlung, wenn du etwas Stilvolles und gleichzeitig Persönliches suchst. Schon bei der Ankunft merkst du, dass hier mit viel Herz gearbeitet wird. Gastgeberin Eleni ist unglaublich freundlich und gibt dir sofort das Gefühl, Teil der Familie zu sein. Genau diese warme, persönliche Atmosphäre zieht sich durch den ganzen Aufenthalt.
Die Zimmer sind richtig stylish, komfortabel und bis ins Detail durchdacht. Dazu kommt ein schöner Balkon, teilweise sogar mit Blick auf das Olymp-Gebirge. Ein echtes Highlight ist das Frühstück. Nach über 15 Jahren Griechenland-Reisen können wir sagen: Das gehört definitiv zu den besten, die wir je hatten. Täglich frisch, abwechslungsreich und mit viel Liebe angerichtet. Chapeau!
Besonders hervorheben möchten wir auch Jenny, die Guest Relations Managerin. Stets gut gelaunt, immer ein Lächeln und bei jedem Anliegen sofort zur Stelle. So einen herzlichen Service wünscht man sich in jedem Hotel. Auch das Abendessen im Hotel können wir absolut empfehlen: typische griechische Gerichte, die von Elenis Mama nach traditionellen Rezepten zubereitet werden. Moussaka und Pastitsio waren einfach ein Traum.
Über Booking.com* kannst du dir die ELLE Rooms & Suites ansehen und bei Bedarf buchen:
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Restaurant-Empfehlungen für die Olympische Riviera
Ehrlich gesagt waren wir überrascht, wie gut und vor allem günstig man an der Olympischen Riviera essen kann. Abseits der Küste haben wir sehr traditionell und köstlich gegessen, und oft gab es einen Nachtisch aufs Haus. In den Küstenorten gibt es aber auch viele Fast-Food-Restaurants, Gyros-Buden und Schicki-Micki-Bars, die wenig bieten. Da war es gar nicht so einfach ein gescheites Lokal zu finden. Unser Tipp: Kehre unbedingt in eines der Mezedopolia in Litochoro ein, dort speist du wie ein Einheimischer.
Unsere persönlichen Empfehlungen für Restaurants an der Olympischen Riviera:
- Cavo Dimo in Plaka: versteckte All-Day-Bar direkt am Meer, von Kaffee über Cocktails bis zu Pancakes und Salaten
- Efessou 1968 in Litochoro: Bäckerei-Café mit eigenem Eis, super Kaffee sowie süßen und herzhaften Snacks
- Nautilos Mediterranean Cuisine in Paralia: am Fischerhafen, sehr gute Küche, faire Preise und sehr freundlich
- Ta Mezedakia in Litochoro: einfache Taverne mit köstlichen Mezedes und sympathischem Team
- To Scholeio in Palioi Poroi: rustikale Atmosphäre, authentisches Essen und herzlicher Gastgeber Kostas
Geführte Touren für die Olympische Riviera
Wer nicht selbst mit dem Mietwagen fahren möchte, kann sich mit einem ortskundigen Guide durch das Hinterland führen lassen. Der Klassiker sind organisierte Touren nach Litochoro und Dion mit einem Stopp an der Burg von Platamonas. Abenteuerlustige buchen eine Jeep-Safari, eine Canyoning-Tour zu den Wasserfällen oder gleich die zweitägige Gipfelbesteigung des Olymps mit Hüttenübernachtung. Klicke auf die Links zu GetYourGuide*, um Details wie Verfügbarkeit und Preise der Touren zu erfahren:
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Für wen lohnt sich die Region um den Olymp?
Die Olympische Riviera ist keine Region für jedermann. Damit du nicht mit falschen Erwartungen anreist, haben wir dir die wichtigsten Punkte gegenübergestellt:
✓ Üppige Natur, endlose Wälder, dazu Bäche, Wasserfälle und eine reiche Tierwelt. So viele Landschildkröten wie hier haben wir noch nie in Griechenland in so kurzer Zeit gesehen.
✓ Günstig schlafen: Einfache Unterkünfte mit Frühstück gibt es ab 70 Euro, wer es edler mag, wohnt im ELLE schon ab 110 Euro.
✓ Günstig essen: Tzatziki für 4 Euro, griechischer Salat für 8 Euro und Moussaka für 10 Euro. Und das Beste: Es schmeckt noch hausgemacht.
✗ Für reinen Strandurlaub gibt es schönere Ecken. Die Ferienorte sind ab Juni gut besucht, und die Strände rund um Katerini gehören leider nicht zu den gepflegtesten.
✗ Einsteigen, ankommen, Füße in den Sand, das funktioniert hier nicht. Ohne Mietwagen geht nichts, allein vom Flughafen Thessaloniki bist du mindestens eine Stunde unterwegs.
→ Weitere Reiseberichte und Tipps für Nordgriechenland und weitere Regionen gibt es hier: Festland Griechenland
🔍 Unser Fazit zur Olympischen Riviera: Unsere erste Begegnung mit der Region liegt drei Jahre zurück. Auf der Heimreise von Athen legten wir im Hochsommer in Olympiaki Akti einen Stopp für ein schnelles Eis ein und waren von dem Getümmel aus Sonnenliegen, dröhnenden Beachbars und Gyros-Buden leicht geschockt. Zum Glück haben wir der Region eine zweite Chance gegeben, denn wer nur an der Küste bleibt, verpasst beinahe alles, was diesen Landstrich ausmacht. Blau-weiße Postkartenidylle wirst du hier vergeblich suchen, und ein echter Geheimtipp ist die Olympische Riviera ohnehin nur für uns Nordeuropäer, da der Balkan hier seit Jahren Urlaub macht. Wer ohne falsche Erwartungen anreist und bereit ist, die Region auf eigene Faust zu erkunden, erlebt genau das, was wir an Griechenland so lieben: herzliche Menschen, leckeres Essen und wildromantische Landschaften. Zwischen Weinbergen, Olivenhainen und Kiwiplantagen liegen versteckte Klöster und unverfälschte Dörfer, in denen du freundlich empfangen wirst und die Menschen sich ehrlich freuen, wenn du ein paar Brocken Griechisch sprichst. Und dann ist da natürlich der Olymp, der über allem thront und eine Anziehungskraft entfaltet, der du dich kaum entziehen kannst. Wenn du zu seinen Füßen stehst und die Wolken um die Gipfel ziehen siehst, verstehst du sofort, warum die Menschen diesen Berg seit Jahrtausenden für den Sitz der Götter hielten. Uns hat es hier richtig gut gefallen, und wir kommen ganz sicher wieder, denn ein paar Ecken haben wir bisher noch nicht erkundet. Nur im Juli und August würden wir persönlich einen Bogen um die Küste machen.
FAQ zur Olympischen Riviera
Wo genau liegt die Olympische Riviera?
Die Olympische Riviera ist ein rund 80 Kilometer langer Küstenstreifen in Nordgriechenland am Thermaischen Golf, etwa 70 Kilometer südwestlich von Thessaloniki. Sie gehört zur Provinz Pieria und reicht vom Aliakmonas-Delta im Norden bis zu den Ausläufern des Ossa-Gebirges im Süden. Namensgeber ist der Olymp, der höchste Berg Griechenlands.
Wann ist die beste Reisezeit für die Olympische Riviera?
Der Juni ist unserer Meinung nach der ideale Monat: angenehme Temperaturen um 25 bis 30 Grad, perfekte Wanderbedingungen und noch überschaubarer Andrang an den Stränden. Juli und August sind mit bis zu 35 Grad heiß und die Küstenorte ausgebucht. September und Anfang Oktober eignen sich gut für Kultur und Bergdörfer, allerdings schließen im Oktober im Hinterland dann viele Tavernen.
Wie kommt man zur Olympischen Riviera?
Am einfachsten fliegst du nach Thessaloniki, das ganzjährig von fast allen europäischen Flughäfen direkt angeflogen wird. Vom Flughafen sind es rund 70 Kilometer und etwa eine Stunde Fahrt über die Autobahn A1. Alternativ erreichst du die Region mit dem eigenen Auto über die Balkanroute, von München sind es rund 1.600 Kilometer.
Braucht man an der Olympischen Riviera einen Mietwagen?
Ja, für die schönsten Ziele der Region ist ein Mietwagen praktisch unverzichtbar. Die Highlights liegen im Hinterland verstreut, etwa die Bergdörfer, die Wasserfälle, das Kloster Agios Dionysios und Prionia. Ohne eigenes Fahrzeug bist du auf geführte Touren angewiesen. Die Preise für einen Leihwagen starten bei rund 30 Euro pro Tag.
Was kann man an der Olympischen Riviera unternehmen?
Die Region verbindet Berge, Antike und Meer. Zu den Highlights zählen der Olymp-Nationalpark mit der Enipeas-Schlucht, die Orlias-Wasserfälle, der archäologische Park von Dion, die Burg von Platamonas und das Bergdorf Palaios Panteleimonas. Dazu kommen Wandern, Canyoning, Jeep-Safaris und natürlich Badetage an der Küste.
Kann man den Olymp besteigen?
Ja, aber der Gipfel Mytikas auf 2.918 Metern ist nur für geübte Bergwanderer geeignet und an einem Tag nicht zu schaffen. Üblich sind zwei Tage mit einer Übernachtung in einer Schutzhütte. Ausgangspunkt ist Litochoro beziehungsweise Prionia auf 1.100 Metern. Für alle anderen gibt es zahlreiche einfachere Tageswanderungen an den Ausläufern.
Wie sind die Strände an der Olympischen Riviera?
Die Strände sind meist lang, breit und flach abfallend, allerdings mit eher grobem Sand. Rund um Paralia und Olympiaki Akti geht es in der Hochsaison sehr trubelig zu. Ruhiger und schöner wird es weiter südlich, etwa in Plaka Litochorou, Neoi Poroi und in der Region um Stomio.
Ist die Olympische Riviera für Familien geeignet?
Absolut. Die flach abfallenden Strände sind kinderfreundlich, die Wege zu den Wasserfällen und im archäologischen Park von Dion sind auch mit kleineren Kindern gut machbar, und das Preisniveau ist familienfreundlich. Unsere damals fünfjährige Tochter hat alle kurzen Wanderungen ohne Probleme geschafft.
Wie teuer ist ein Urlaub an der Olympischen Riviera?
Deutlich günstiger als auf den griechischen Inseln. Einfache Unterkünfte mit Frühstück gibt es ab rund 70 Euro pro Nacht, gehobene Hotels ab etwa 110 bis 140 Euro. In den Tavernen zahlst du für Tzatziki rund 4 Euro, für einen griechischen Salat 8 Euro und für Moussaka etwa 10 Euro.
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