Der Poseidon-Tempel am Kap Sounion liegt am südlichsten Zipfel der Attika-Halbinsel, da wo das griechische Festland endet und sich das Ägäische Meer nach Süden öffnet. Schon von weitem ist der Anblick beeindruckend: Die weißen Marmorsäulen thronen hoch über dem Meer, die Kulisse macht wirklich was her. Doch dann kommt die Ernüchterung.
Für 20 Euro Eintritt bekommst du 15 Marmorsäulen auf einem Felssporn und einen Rundgang, der nach einer halben Stunde erledigt ist. Der Sonnenuntergang hier ist dafür wirklich einzigartig.
Tom & Ella
Keine endlosen Ruinenfelder, kein weitläufiges Gelände mit Theatern und Tempeln wie auf der Akropolis, sondern ein karger Felssporn mit 15 schlanken Marmorsäulen und jede Menge Touristenbussen auf dem Parkplatz. Sounion ist kleiner als erwartet, und die Warteschlange an der Kasse kann den Rundgang mitunter schon in der Länge übertreffen.
Für Historikfans und Fotoenthusiasten lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall, vor allem zum Sonnenuntergang am Kap Sounion, der hier zu den schönsten in ganz Griechenland zählt. Alle anderen können sich den Eintritt sparen und den Tempel von Weitem bewundern, der Ausblick von der Küstenstraße ist kaum weniger spektakulär.
Was du beim Ausflug zum Kap Sounion wissen solltest und ob sich der Besuch für dich lohnt, erfährst du hier:
- #1 Anreise: Wie komme ich zum Kap Sounion?
- #2 Eintritt und Öffnungszeiten für Sounion
- #3 Rundgang durch das Archäologische Gelände
- #4 Geführte Touren nach Kap Sounion
- #5 Wissenswertes und Geschichte zu Kap Sounion
- #6 Hotels in der Nähe von Kap Sounion
- #7 Restaurants beim Kap Sounion
- #8 Sehenswertes in der Umgebung von Sounion
- Lohnt sich ein Ausflug zum Kap Sounion?
- FAQ zum Kap Sounion
#1 Anreise: Wie komme ich zum Kap Sounion?
Das Kap Sounion liegt an der Südspitze der Attika-Halbinsel, rund 70 km südlich von Athen. Der Felsvorsprung markiert das Ende des griechischen Festlandes, wo sich das Ägäische Meer nach Süden und Osten hin öffnet. Bei guter Sicht erkennt man von der Spitze des Kaps die Kykladen-Inseln Kea, Kythnos und Serifos am Horizont.
Wie weit ist es bis zum Kap Sounion?
- Athen nach Kap Sounion: ca. 70 km, ca. 1,5 h Fahrtzeit
- Flughafen Athen nach Kap Sounion: ca. 45 km, ca. 45 min Fahrtzeit
- Korinth nach Kap Sounion: ca. 150 km, ca. 2 h Fahrtzeit
- Patras nach Kap Sounion: ca. 280 km, ca. 3,5 h Fahrtzeit
- Thessaloniki nach Kap Sounion: ca. 600 km, ca. 7,5 h Fahrtzeit
Du kannst das Kap Sounion wahlweise mit dem Auto oder Bus erreichen. Mit dem Mietwagen kommt man am unkompliziertesten an, aber je nach Route und Tageszeit muss man auch mit Stau rechnen. Von Athen aus gibt es zwei Fahrtrouten zum Kap.
Die Küstenroute entlang der Athener Riviera über die Nationalstraße 91 ist die landschaftlich schönere Variante, rund 70 km lang. Dafür brauchst du mindestens eineinhalb Stunden, eher zwei, da du einige Ferienorte durchquerst, an denen Ampeln üblich sind, und vor allem am Wochenende viel Verkehr an der Küste herrscht. Die Athener nutzen diese Strecke intensiv für Ausflüge an die Riviera-Strände.
Die Inland-Route über die Autobahn 6 bis Markopoulo, eine sehenswerte Region mit Oliven- und Weinanbau, weiter über die Bundesstraße 89 Richtung Lavrio, ist mit rund 75 km etwas länger, dafür aber meist zügiger. Auch hier solltest du rund 1,5 Stunden Fahrtzeit einplanen. Rund um Athen kommt es zur Rushhour täglich zu Verzögerungen, am Wochenende ist die Autobahn dagegen ziemlich leer.
Eintritt: 20 €, ermäßigt 10 €
Entfernung von Athen: ca. 70 km, 1,5–2 h Fahrtzeit
Für wen interessant: Historisch Interessierte, Fotografen, Sunset-Fans
Dauer eines Besuchs: ca. 45 Min. bis 1 Stunde (ohne Sunset-Fotos)
Lohnt sich ein Mietwagen für Kap Sounion?
Wir empfehlen dir, für Sounion einen Mietwagen zu nehmen. Ein Auto lohnt sich für einen Ausflug zum Kap Sounion fast immer, besonders wenn du auch die Athener Riviera oder die Region um Lavrio mit dem Theater von Thorikos erkunden möchtest. Wenn du gerade gelandet bist, kannst du deinen Mietwagen direkt am Flughafen Athen abholen und anschließend entspannt die Südspitze Attikas entlangfahren. Um Wartezeiten am Schalter zu vermeiden, solltest du dein Leihauto am besten gleich online buchen.
Günstige Mietwagen-Angebote für Athen und Attika findest du bei unserem Partner Check24*:
Vom Flughafen Athen aus sind es etwa 45 Kilometer (45 Minuten) bis zum Kap Sounion. Wenn du bereits in Athen bist, musst du abwägen, ob du dir zutraust, mit einem Leihauto durch die Innenstadt zu fahren. Am Wochenende ist das in Ordnung, unter der Woche herrscht auf der teils achtspurigen Nationalstraße 91, die von der Innenstadt Richtung Piräus bzw. Athener Riviera führt, jedoch Chaos.
Kap Sounion lässt sich wunderbar mit weiteren Ausflugszielen im Athener Hinterland kombinieren. Alle Athen-Tipps für deinen Trip findest du hier: Athen Reisetipps
Wie ist die Parksituation vor Ort?
Auf dem Plateau vom Kap Sounion gibt es zwei Parkplätze. Der Hauptparkplatz liegt unmittelbar am Eingang, hier halten auch die Tourenbusse an und rangieren. Ein Overflow-Parkplatz befindet sich etwa 100 Meter weiter davor. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt, besonders in der Hochsaison. Bitte parke nicht auf den Halteverbotsstellen, da dies teilweise am Straßenrand verboten ist und immer wieder kontrolliert wird. Sei beim Ausparken vorsichtig, denn wenn die Busse rangieren, wird es auf der Straße richtig eng.
Direkt am Eingang findest du das Naos Cafe & Restaurant mit durchwachsenen Bewertungen (für einen Drink aber völlig okay), Toiletten sowie den Souvenirladen Sounio Museum Shop mit einfachen Repliken und entsprechend hohen Preisen. Falls du nach deinem Rundgang Hunger hast, empfehlen wir dir, eine der Tavernen oder Cafés außerhalb von Sounion anzusteuern. Unsere Tipps dazu findest du unter Punkt #7.
💡 Beste Besuchszeit für Kap Sounion: Am späten Nachmittag kurz vor Sonnenuntergang. Der Tempel ist immer bis zum Sonnenuntergang geöffnet, Winter wie Sommer, und die Stimmung ist zu dieser Stunde einfach grandios. Am schönsten im Herbst, wenn ein paar Wolken am Himmel hängen und die Abendsonne den Marmor in Orange, Violett und Rosa taucht. Die meisten Tagesausflügler sind dann bereits abgereist. Wichtig: 30 Minuten vor Sonnenuntergang wird niemand mehr eingelassen, und man wird lautstark rausgepfiffen, bevor die Sonne tatsächlich untergegangen ist. Der Sonnenuntergang lässt sich aber auch prima von außerhalb des Geländes beobachten, dort bekommt man sogar bessere Fotos mit Tempel und Sonnenuntergang im Bild. Zu Sonnenuntergangs-Touren bei GetYourGuide: Zur Sunset-Tour*

Bus nach Kap Sounion
Es gibt tatsächlich einen öffentlichen Bus von Athen zum Kap Sounion, welcher je nach Saison ein- bis viermal täglich verkehrt. Die Haltestelle Attica KTEL Sounio Intercity Bus Terminal befindet sich am Westrand des Athener Stadtparks Pedio tou Areos an der Statue von König Konstantin I.
Die Busfahrt zum Kap Sounion dauert etwa 2 Stunden. Typische Abfahrt in Athen ist um 10:30 Uhr und die Rückfahrt von Sounion um 16:45 Uhr. Im Sommer gibt es zusätzliche Hinfahrten am Vormittag und Rückfahrten um 18 und 20 Uhr. Die Fahrpläne hängen an der Haltestelle aus. Die Bustickets nach Sounion kosten ca. 15 Euro hin und zurück, nur Barzahlung, direkt beim Fahrer.
→ Infos und aktuelle Zeiten für KTEL-Busse gibt es unter ktelattikis.gr
Mit dem Bus nach Sounion zu fahren ist die günstigste Option, aber eher etwas für geübte Busreisende. Die Busse haben häufig Verspätung, die Fahrzeiten sind nicht immer aktuell, und der Fuhrpark entspricht ungefähr dem Standard der frühen 2000er-Jahre. Alternativ kannst du dich einer geführten Tagestour zum Kap Sounion anschließen. Die Ausflüge sind über unseren Partner GetYourGuide* buchbar:
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#2 Eintritt und Öffnungszeiten für Sounion
Das Kap Sounion ist ganzjährig geöffnet von 9:00 Uhr bis Sonnenuntergang. Im Winter ist die Stätte ab 9:30 Uhr bis Sonnenuntergang zugänglich. Das macht Sounion besonders attraktiv für Sonnenuntergangs-Besuche. Der letzte Einlass ist etwa 30 Minuten vor dem jeweiligen Sonnenuntergang. Da es am Eingang meist nur ein bis zwei Kassenschalter gibt, empfehlen wir dringend, ein Ticket vorab online zu buchen, sonst landest du in der Hochsaison schnell in einer langen Warteschlange.
Über GetYourGuide* kannst du ein Online-Ticket erwerben und die Wartezeit am Eingang zum Poseidon-Tempel umgehen:
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Eintrittspreise für den Sounion-Tempel
- Sounion-Ticket für Erwachsene: 20 €
- Sounion ermäßigtes Ticket: 10 € für Senioren über 65 Jahre
- Kostenfreier Eintritt für Sounion: EU-Bürger unter 25 Jahren und Nicht-EU-Bürger unter 18 Jahren
Tage mit freiem Eintritt für Kap Sounion:
- 6. März (zum Gedenken an Melina Mercouri)
- 18. April (Internationaler Tag des Denkmals)
- 18. Mai (Internationaler Museumstag)
- Letztes Septemberwochenende (Europäischer Tag des Kulturerbes)
- Jeden ersten und dritten Sonntag vom 1. November bis 31. März
- 28. Oktober (Nationaler Feiertag)
Öffnungszeiten von Sounion
- 1. April bis 31. Oktober von 9:00 Uhr bis Sonnenuntergang
- 1. November bis 30. November von 9:30 Uhr bis Sonnenuntergang
Schließtage des Kap Sounion: 1. Januar, 25. März, Karfreitag (verkürzte Öffnungszeit 12:00–17:00 Uhr), Karsamstag (verkürzte Öffnungszeit 9:30–15:30 Uhr), Ostersonntag, 1. Mai, 25. Dezember, 26. Dezember
→ Alle aktuellen Infos findest du auf der offiziellen Seite des griechischen Kulturministeriums: odysseus.culture.gr
👶 Sounion mit Kindern besuchen: Mit Kleinkindern empfehlen wir die Anreise nur mit eigenem Auto oder Mietwagen, denn geführte Bustouren bedeuten mindestens 6 Stunden Programm. Wer in der Nähe übernachtet oder nachmittags entspannt nach Athen zurückfährt, ist gut aufgestellt. Wir waren Ende April mit unserer damals zweijährigen Tochter vor Ort und sie war sichtlich begeistert: endlose Treppenstufen, Blumen pflücken und frische Meeresluft. Der befestigte Weg rund um den Tempel ist mit Kinderwagen befahrbar, der Abstieg zum Meer über Treppen hingegen nicht. Sonnenhut einpacken, denn das Plateau bietet kaum Schatten. Der Ausflug lohnt sich für Teenager nur, wenn sie sich für griechische Mythologie interessieren. Ansonsten könnte nach der langen Anfahrt und dem 45-minütigen Spaziergang die Stimmung kippen.

#3 Rundgang durch das Archäologische Gelände
Plane mindestens eine Stunde am Kap Sounion ein, bei guter Fotolaune und Sonnenuntergangsstimmung auch zwei. Der Weg ist gut ausgeschildert, es gibt vereinzelt Parkbänke zum Ausruhen, und immer wieder öffnen sich Fotospots mit atemberaubendem Meerblick. Was es leider nicht ausreichend gibt: Schatten. Selbst am späten Nachmittag brasselt die Sonne auf dem exponierten Felskap. Also Wasser mitnehmen und Sonnenschutz nicht vergessen.
Wenn du mit dem Mietwagen nach Sounion anreist, kannst du den Busgruppen ausweichen und den Tempel in deinem eigenen Tempo erkunden. Die meisten Touren kommen zur Mittagszeit oder am frühen Nachmittag an. Ab dem späten Nachmittag lichten sich die Gruppen spürbar, wer bis kurz vor dem letzten Einlass bleibt, hat den Tempel fast für sich. Wenn du im Frühjahr oder Herbst dort bist, solltest du eine Jacke für den Abend einpacken, denn es weht ein frischer Wind.
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Das Felsplateau ist unheimlich karg. Die wenigen Sträucher sind nicht höher als ein Meter und Bäume sind rar. Trotzdem kannst du beim Spaziergang Tieren wie Eidechsen oder sogar kleinen Landschildkröten begegnen. Auch Steinhühner sind hier zu Hause. Wenn sie aufgeschreckt werden, geben sie einen markanten Laut von sich und fliegen davon. Vom Parkplatz am Restaurant aus führt der Weg westlich ein paar Meter nach oben zum höchsten Punkt des Kaps, der 60 Meter über dem Meer liegt. Hier befindet sich das rund 5.000 m² große Heiligtum des Poseidon, das Herzstück der Anlage.
Der Poseidon-Tempel
Von den ursprünglich 34 dorischen Säulen stehen noch 15, und nicht einmal alle nebeneinander. Ihre zerklüftete Silhouette vor flimmernder Sonne und blauem Meer ist das Bild, das man mit Sounion verbindet. Der Anblick des Poseidon-Tempels ist von überall auf dem Gelände präsent und bietet je nach Tageszeit und Lichteinfall immer neue Perspektiven. Morgens wirkt der Tempel eher kühl und leer, abends, wenn das goldene Licht lange Säulenschatten wirft, ist er am spektakulärsten.
An der Ostseite des Tempels sind noch Fragmente eines Relieffries aus parischem Marmor zu sehen. An einer der unrunden Säulen befindet sich das berühmteste Graffito des Tempels: Lord Byron ritzte im Jahr 1810 seinen Namen in den Marmor. Was heute als Vandalismus gilt, war in der romantischen Reisetradition des 19. Jahrhunderts jedoch üblich. Leider kommt man nicht nah genug heran, um es genau zu erkennen. Hinweistafeln in Griechisch und Englisch erläutern Details zum Tempel, der zwischen 444 und 440 v. Chr. erbaut wurde.
Festungsmauern und antike Siedlung
Rund um den Tempel laden die antiken Festungsmauern zum Spazieren ein. Sie ziehen sich etwa 400 Meter entlang der Nordseite des Kaps und bieten immer wieder neue Blickwinkel auf das Meer. Von den erhöhten Punkten blickt man direkt in die Bucht von Sounion (Ormos Souniou). Auf den Hängen zwischen Tempel und Bucht erstreckt sich die Siedlung des Demos Sounion, das einstige Zentrum der Gemeinde. Links und rechts zweigen schmale Gassen ab, die regelmäßige Häuserblöcke bilden, wovon aber nur noch Fundamente vorhanden sind.
Vom Tempelplateau führt ein langer Treppenweg mit gut 10 Prozent Gefälle quer durch die Siedlungsreste hinunter zum Meer. Alternativ gibt es an der Westflanke der Steilklippe einen betonierten Weg entlang der Küste. Unten angekommen schimmert das Wasser in herrlichem Türkis-Blau. An der felsigen Küste am Eingang der Bucht sind noch die antiken Spuren zu erkennen, zwei in den Fels gehauene Rampen, über die Schiffe an Land gezogen wurden.
Der Hafen von Sounion der einst die gesamte Bucht einnahm, diente dem Stadtstaat Athen als vorgeschobener Marinestützpunkt und gleichzeitig als Handelsstation für die nahegelegenen Silberminen von Lavrion. Der Zugang zum Wasser selbst ist allerdings an mehreren Stellen durch Abbruchkanten blockiert, und verstreute Marmortrümmer liegen am Ufer.
Wer baden möchte, dem sei der Sounion Beach weiter nördlich empfohlen. Mehrere Trampelpfade, von denen einer vom Overflow-Parkplatz aus führt, bringen einen in wenigen hundert Metern dorthin. Und das war es im Grunde auch schon mit dem Tempelgelände. Vom Meer aus geht es denselben Weg wieder hoch zum Tempel, noch zwei, drei Erinnerungsfotos vor den Säulen, und nach 45 Minuten bis einer Stunde hast du alles gesehen. Viel mehr gibt es nicht zu entdecken, aber wer Glück hat, kann noch den Sonnenuntergang am Kap erleben.
Athena-Heiligtum
Etwa 400 Meter nordöstlich, an der Zufahrtsstraße zum Kap, liegt das Heiligtum der Athena. Von der einst stattlichen Tempelanlage sind nur noch Grundmauern erhalten. Der Tempel wurde in der Römerzeit abgetragen und nach Athen als Baumaterial transportiert. Auch die Sicht auf den Poseidon-Tempel ist von dort nicht die beste. Ehrlich gesagt, ist dieser Teil von Sounion wirklich nur für absolute Geschichtsfreaks einen Abstecher wert.
Zur Enttäuschung vieler Kulturfans gibt es am Kap Sounion kein Museum. Die bedeutenden Fundstücke aus Sounion befinden sich im Nationalen Archäologischen Museum in Athen. Ein echter Nachteil für Sounion, aber gleichzeitig ein guter Grund, Athen im Rahmen eines Städtetrips ausgiebig zu erkunden.
Geschichtsfans sollten sich unbedingt einer Führung anschließen, wahlweise als Gruppen- oder Privattour, online buchbar bei GetYourGuide*:
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Kap Sounion Aussichtspunkte
Südlich des Naos-Cafés führen mehrere Trampelpfade zu teils ungesicherten Aussichtspunkten direkt am Klippenrand. Der Blick auf den Felssporn und den Tempel ist spektakulär, doch die Klippen stürzen 50 Meter tief ab. Wer den Tempel vor der eindrucksvollen Meerkulisse fotografieren möchte, findet außerhalb des Geländes, direkt an der Zufahrtsstraße aus Athen, einen tollen Aussichtspunkt (GPS 37.656486, 24.014031). Die Aussicht auf das Kap Sounion ist genauso gut, aber hier besteht keine Lebensgefahr.
#4 Geführte Touren nach Kap Sounion
Neben geführten Rundgängen vor Ort gibt es auch die Möglichkeit, Kap Sounion als Teil einer organisierten Tagestour ab Athen zu besuchen. Das lohnt sich besonders für alle ohne Mietwagen oder für alle, die den Ausflug bequem mit weiteren Sehenswürdigkeiten Attikas kombinieren möchten. Je nach Anbieter dauern die Sounion-Touren meist etwa 4 bis 6 Stunden, Sunset-Touren oft etwas länger. Bei den Sonnenuntergangstouren am Kap Sounion bist du im Sommer erst gegen 22 Uhr wieder in Athen.
Die Preise beginnen in der Regel bei rund 25 bis 40 Euro pro Person, umfangreichere Ausflüge mit mehreren Stopps oder kleinen Gruppengrößen sind entsprechend teurer. Im Preis enthalten sind in der Regel der Transfer ab Athen mit dem klimatisierten Bus, die Begleitung durch einen Guide oder Audioguide sowie teilweise freie Zeit vor Ort. Der Eintritt zum Poseidon-Tempel ist nicht immer inklusive, das sollte vor der Buchung geprüft werden.
Alle Informationen zu den Touren zum Kap Sounion sind über unseren Partner GetYourGuide* einsehbar:
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💡 Wetter am Kap Sounion: Das Kap liegt exponiert am offenen Meer, und das spürt man deutlich. Im Frühjahr und Herbst kann der Wind am Felskap richtig rau sein. Im Sommer ist es brütend heiß, und an windstillen Tagen auf dem freien Plateau kaum zu ertragen. Wir empfehlen den Besuch im Mai oder Oktober, wenn Temperaturen und Besucherandrang angenehm sind. Bis Anfang Mai blüht und grünt es am Kap. Ab Juni setzt die Dürre ein und die Landschaft wird sehr karg. Weitere Infos zum Wetter in Griechenland: Wetter in Griechenland

#5 Wissenswertes und Geschichte zu Kap Sounion
Kap Sounion ist der Magnet schlechthin im Athener Hinterland und zählt heute zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Griechenlands. Das hat gute Gründe, denn die Bedeutung dieses Ortes reicht weit über die spektakuläre Lage hinaus. Die Südspitze Attikas war für den Stadtstaat Athen von entscheidender strategischer Bedeutung. Von hier aus kontrollierte Athen die Meerespassage zur Ägäis und den Zugang zu Piräus, dem zentralen Hafen.
⚓ Die Sage von Theseus: Kap Sounion ist untrennbar mit einer der bekanntesten griechischen Sagen verbunden. Als der Held Theseus aufbrach, um den Minotaurus auf Kreta zu töten, versprach er seinem Vater Aigeus, bei erfolgreicher Rückkehr weiße Segel zu setzen. Doch Theseus vergaß sein Versprechen. Als Aigeus vom Kap Sounion aus die schwarzen Segel von Theseus‘ Schiff am Horizont erblickte, glaubte er, sein Sohn sei tot, und stürzte sich ins Meer. Seitdem trägt dieses Meer den Namen des unglücklichen Königs: Ägäis.
Gleichzeitig lag unweit die Lavrion-Halbinsel mit ihren reichen Silberminen, deren Erträge im 5. Jahrhundert v. Chr. Athen zur führenden Seemacht der griechischen Welt machten. Bereits aus der Frühbronzezeit, dem 3. Jahrtausend v. Chr., sind Gräber auf dem Kap bekannt. Die Besiedlung des Gebiets reicht also deutlich weiter zurück als der heute sichtbare Tempel vermuten lässt.
Homer erwähnte Kap Sounion in seiner Odyssee als „heiliges Kap der Athener“, was die Sakralität des Ortes mindestens ins 8. Jahrhundert v. Chr. datiert. Herodot berichtet von einem großen vierjährlichen Fest zu Ehren des Poseidon, zu dem offizielle Vertreter Athens sogar auf einem heiligen Schiff anreisten. Die Tragödiendichter Euripides und Sophokles sowie der Komödiendichter Aristophanes erwähnen das Heiligtum ebenfalls.
Am Ende der archaischen Periode begann man mit dem Bau eines Kalksteintempels, der jedoch von den Persern 480 v. Chr. zerstört wurde, bevor er fertiggestellt war. Der heutige Tempel wurde um 444 bis 440 v. Chr. auf diesen Fundamenten errichtet. Noch der Reiseschriftsteller Pausanias irrte im 2. Jahrhundert n. Chr., welcher Gottheit der Tempel geweiht war. Er hielt ihn für einen Athena-Tempel, ein Irrtum, der erst im Jahre 1900 durch Inschriftenfunde bei den Ausgrabungen korrigiert wurde.
Ab dem 17. Jahrhundert bereisten europäische Abenteurer und Gelehrte das Kap. Die noch stehenden Säulen machten es unter dem Namen „Kavokolones“ bekannt, abgeleitet von „Kavo“ (Kap) und „Kolones“ (Säulen). Der britische Dichter und Entdecker Lord Byron ritzte 1810 seinen Namen in den Marmor des Tempels, wie er es an zahlreichen antiken Stätten tat. Romantiker nannten das Abenteuergeist, heute nennt man es Vandalismus. Die Reiseberichte jener Zeit lesen sich wie Liebeserklärungen, und Sounion wurde so langsam zum Sehnsuchtsort einer ganzen Generation romantisch gestimmter Europäer.
Die wissenschaftliche Erforschung begann 1884 durch Wilhelm Dörpfeld vom Deutschen Archäologischen Institut. Valerios Staes führte von 1897 bis 1913 systematische Ausgrabungen durch, finanziert von der Archäologischen Gesellschaft Athen. Restaurierungsarbeiten laufen seit 1875, und der heutige Zustand des Tempels geht auf Arbeiten des griechischen Archäologiedienstes in den 1950er-Jahren zurück. Zwischen 2011 und 2013 wurden mit Mitteln der EU alle Monumente des Areals neu aufbereitet und zugänglich gemacht.
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#6 Hotels in der Nähe von Kap Sounion
In der näheren Umgebung des Poseidon-Tempels haben sich in den letzten Jahren einige Hotels angesiedelt. Das nächstgelegene Dorf Kato Sounion, ein ehemaliges Bauern- und Fischerdorf etwa 2 km nordöstlich, ist inzwischen stark gewachsen. Das Preisniveau der Region um Sounion ist ziemlich hoch, da der Andrang groß ist, aber verfügbare Gästezimmer rar sind.
Die meisten Besucher kommen nur für einen Tagesausflug zum Kap Sounion. Eine Übernachtung lohnt sich dennoch, dann hat man den Tempel am frühen Morgen fast für sich allein und kann den Sonnenuntergang in Ruhe genießen, ohne den langen Rückweg nach Athen vor sich zu haben. Durch einen Klick auf die Links erhältst du weitere Infos zu den Hotels am Kap Sounion bei unserem Partner Booking.com*.
Unsere Unterkunfts-Tipps für Kap Sounion
Aegeon Beach Hotel (Paralia Souniou)
Unterhalb des Tempels am Paralia Souniou gelegen, nimmt das Aegeon Beach Hotel zwar fast den ganzen Strand für sich ein, ist aber wirklich zu empfehlen. Die Zimmer sind modern und das Frühstück wirklich gut. Am besten gleich ein Zimmer im oberen Stock mit Balkon buchen, denn der Blick auf die Bucht und das vorgelagerte Inselchen Archi ist traumhaft.
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Cape Sounio Grecotel Resort (Kap Sounion)
Das 5-Sterne-Luxusresort mit direktem Blick auf den Poseidon-Tempel ist die Top-Adresse der Region. Mehrere Pools, exzellentes Restaurant und elegante Zimmer mit Meerblick. Für einen besonderen Anlass oder einen ungestörten Wellness-Urlaub in beeindruckender Kulisse definitiv zu empfehlen.
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Poseidon Apartments & Villas (Kap Sounion)
Einfache, zweckmäßige Zimmer und Apartments direkt in der Nähe des Tempels. Das Preisniveau ist für den gebotenen Standard ziemlich hoch, dafür ist die Lage unschlagbar. Gut geeignet für alle, die schlicht und praktisch in direkter Nähe vom Kap Sounion übernachten möchten.
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Sea Satin Sounio (Kato Sounion)
Schickes Apartment mit Meerblick im Dorf Kato Sounion, etwa 2 km nordöstlich des Tempels. Modernes Design, ruhige Lage und ein wirklich toller Ausblick auf die Ägäis. Ideal für Paare oder kleine Familien, die etwas mehr Privatsphäre möchten.
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Art Sounion, Seafront Elegance (Kato Posidonia)
Liebevoll eingerichtete Unterkunft am Meer mit eigener Badestelle in der Siedlung Kato Posidonia. Wer etwas Besonderes und Intimes sucht und dabei nicht den 5-Sterne-Preis des Grecotel zahlen möchte, ist hier gut aufgehoben.
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#7 Restaurants beim Kap Sounion
Am Kap Sounion dreht sich fast alles um das schnelle Tagesgeschäft. Nur wenige Besucher bleiben wirklich über Nacht, entsprechend haben sich viele Lokale darauf eingestellt: typisch griechische Küche ist rar, Souvlaki und Gyros dominieren die Karten, und die Preise sind deutlich gepfeffert. Vorweg als Warnung: Die zwei Tavernen direkt am Sounion Beach sind nicht zu empfehlen. Unsere Tipps für Cafes und Restaurants am Kap Sounion:
Meze by Poseidon – Hausrestaurant der Poseidon Apartments und eine der angenehmsten Überraschungen an der Südspitze Attikas. Die Küche ist typisch griechisch und der Ausblick auf das Ägäische Meer atemberaubend. Die Bedienung ist freundlich und aufmerksam, man bekommt eine Vorspeise sowie Nachtisch aufs Haus und dazu einen Schnaps zum Abschluss. Wer nach dem Tempelbesuch gut essen und dabei nicht auf Meerblick verzichten möchte, ist hier genau richtig.

Artemis Tavern – Familientaverne in Kato Sounion, rund 2 km nordöstlich des Tempels. Die Inhaber sind sehr herzlich, lassen einen den Wein vor der Bestellung probieren und bringen vorweg Brot und Oliven aufs Haus. Alle Speisen sind hausgemacht und lecker. Zum Abschluss gibt es einen kleinen Schokokuchen oder Eis aufs Haus.
Aithrio – Dorftaverne im Weiler Legrena, rund 5 km vom Kap entfernt. Echte griechische Gastfreundschaft, die man am touristisch überfüllten Kap manchmal vermisst, und damit der ideale Ort zum Einkehren auf dem Hin- oder Rückweg. Urige Einrichtung und freundliche Besitzer. Souvlaki und Bifteki kommen in großen Portionen, das Brot kommt von der örtlichen Bäckerei. Dazu noch ein Dessert aufs Haus, zum Beispiel ein in Sirup und griechischem Likör getränkter Nusskuchen.
Ta Legreina Bakery – Dorfbäckerei im Weiler Legrena, der richtige Ort für alle, die Kap Sounion ohne großen Restaurantaufwand erkunden möchten. Es gibt guten Kaffee, süße und herzhafte Teigtaschen, frisches Brot, Gebäck und Eis. Unbedingt die Bougatsa probieren. Faire Preise, freundlicher Service, kein Touristenzuschlag. Täglich von 6 bis 22 Uhr geöffnet.
#8 Sehenswertes in der Umgebung von Sounion
Viele Highlights rund um Kap Sounion lassen sich sehr gut auf dem Hin- oder Rückweg einbauen. Für den Poseidon-Tempel selbst sollte man etwa eine Stunde einplanen, je nach Fotolaune und Sonnenuntergangsstimmung auch etwas länger. Wenn du bis zum Abend am Kap bleibst und deine Unterkunft in Athen liegt, rechne unbedingt zwei Stunden für die Rückfahrt mit ein. Mit unseren Ausflugstipps für Sounion erlebst du einen schön abgerundeten Tagesausflug an der Südspitze von Attika.
🏖️ Traumstrände & versteckte Buchten
🍽️ Restaurants, Tavernen & Cafés
🏛️ Must-See Highlights & antike Stätten
🗺️ Sehenswerte Orte & Geheimtipps
🚘 Praktische Infos wie Mietwagen & Parken
♾️ Lebenslanger Zugang & Updates
Athener Riviera
Die Athener Riviera bezeichnet den Küstenabschnitt südlich von Athen, der von Palaio Faliro über Glyfada, Voula und Vouliagmeni bis fast hinunter zum Kap Sounion reicht. Auf rund 70 Kilometern verbindet sie urbanes Flair mit Badeurlaub und zählt zu den schönsten Küstenstraßen Griechenlands. Entlang der Route liegen elegante Athener Vororte und beliebte Feriensiedlungen der Griechen. Glyfada ist der bekannteste Badeort der Riviera, mit zahlreichen Beachclubs, Cafés und küstennahen Stadtparks, und eignet sich perfekt als Auszeit während eines Athen-Städtetrips.
Was es alles bei einem Kurztrip nach Athen zu entdecken gibt, erfährst du in diesem Beitrag: Athen Städtetrip
Bis nach Vouliagmeni und Varkiza hat die Küste noch einen sehr städtischen Charakter. Weiter südlich bei Lagonisi, Saronida und Anavyssos wird die Atmosphäre entspannter und familiärer. Die Fahrt entlang der Küste ist bereits ein Erlebnis und lässt sich ideal mit einem Ausflug zum Poseidontempel am Kap Sounion verbinden. Gerade unter der Woche findet man trotz der Beliebtheit der Riviera oft noch ruhige Flecken, an denen man Meer, Sonne und Küstenlandschaft entspannt genießen kann.
→ Übersicht der bekanntesten Strände der Athener Riviera:
- Glyfada Beach
- Voula Beach
- Paralia Kavouri
- Akti Vouliagmeni
- Varkiza Beach
- El Pouda Beach
- Saronida Beach
- Paralia Agios Nikolaos (Unser Favorit!)
- Paralia Anavissou
Vouliagmeni-See
Am südlichen Ortsrand vom Badeort Vouliagmeni liegt einer der ungewöhnlichsten Badeseen Griechenlands: der Vouliagmeni-See, auch als Limni Vouliagmenis bekannt. Der kleine See schimmert je nach Licht in einem interessanten grünlich-blauen Farbton und ist durch einen unterirdischen Kanal mit dem Meer verbunden. Das Wasser hat das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von rund 22 bis 29 Grad Celsius, gespeist von heißen Thermalquellen darunter.
Der Vouliagmeni-See gilt als heilend, und tatsächlich hat uns schon unsere Freundin Liza aus Syros von positiven Effekten bei Gelenkbeschwerden und Hautkrankheiten berichtet. Im See leben kleine Doktorfische, die an der Haut knabbern und für ein natürliches Spa-Erlebnis sorgen, mit dem man schlicht nicht rechnet. Der Eintritt kostet ein paar Euro, dafür sind Liegen im gepflegten Park und Umkleiden inklusive. Die Restaurants in der Anlage sind nicht empfehlenswert. Am besten gehst du ins BlueFish oder Sardelaki me Thea im Ort Vouliagmeni.
Antikes Theater von Thorikos
Nördlich von Lavrio, direkt am Ortsausgang, liegt das antike Theater von Thorikos, eines der ältesten und am besten erhaltenen Theater Griechenlands und einer der großen Geheimtipps auf dem Weg nach Sounion. Manchmal halten kleine Reisebusse mit geschichtsinteressierten Griechen an, aber das ist die Ausnahme. Die ungewöhnliche, leicht elliptische Form des Zuschauerrangs unterscheidet das Theater von Thorikos von den runden Theatern klassischer Bauart wie Epidaurus auf dem Peloponnes.
Vom oberen Rang aus blickt man links des Theaters auf ein antikes Grabmonument, und dahinter öffnet sich eine schöne Aussicht auf das Meer. Im Frühjahr macht die Blumenpracht diesen Ort besonders idyllisch, ab Juni wird es dagegen sehr karg. Im September erinnert die Landschaft in Südattika schon an die Kykladen-Inseln. Der Eingang wird manchmal von einem freundlichen Aufseher bewacht, der bei Interesse gern mehr zur Anlage erklärt.
Wenn man zur richtigen Zeit kommt, hat man das Gelände komplett für sich allein. Der Eintritt für Thorikos ist frei. Es gibt kein Restaurant, keine Toiletten, keinen Souvenirshop. Dafür gibt es Ruhe und das gute Gefühl, einen Ort zu kennen, den die meisten Sounion-Besucher glatt verpassen. Für uns ist Thorikos ein Pflichtprogramm auf dem Weg zum Kap. Wenn du schon in der Nähe bist, schau auch beim 1980 erbauten Nonnenkloster zu Ehren des Apostels Paulus, nur 5 Minuten weiter nördlich, vorbei.
Silberminen von Lavreotike
Weniger eine klassische Ausgrabungsstätte als eine rund 3 km lange Wanderung durch Geschichte sind die archäologischen Silberminen von Drymos bei Lavrio. Die Region blickt mit ihren antiken Schächten und Stollen auf eine fast 5.000 Jahre alte Bergbaugeschichte zurück. Du erreichst die alten Silberminen nur über Schotterwege, wahlweise von Kato Sounion oder Lavrio aus.
Der Wald, durch den die Route führt, erholt sich gerade langsam von den verheerenden Bränden der letzten Jahre (siehe Beitrag: Waldbrände in Griechenland) und beginnt wieder zu ergrünen. Geologiebegeisterte werden von den Höhlen, Schächten und antiken Bergwerksstollen begeistert sein. Entlang der Route informieren Hinweistafeln über die ausgeklügelten Trennverfahren der Antike und die dort gefundenen Mineralien. Die Anlage ist nur im Sommer geöffnet und der Eintritt ist frei.
Lavrio
Lavrio ist zwar kein architektonisches Highlight und durch die jahrhundertelange Minenwirtschaft industriell geprägt, aber gegen einen kurzen Stopp spricht nichts. Das Port Cafe direkt am Hafen serviert einen der besten Freddo-Cappuccinos der Region. Die Promenade an der modernen Marina im Süden von Lavrio hat einen entspannten, unverstellten Charme abseits des Touristenrummels. Im Restaurant KALEO Greek Gastronomy lässt es sich mit Blick auf die Yachten gut speisen.
Vor allem aber ist Lavrio das Sprungbrett zu den westlichen Kykladen. Von hier aus gibt es tägliche Fähren nach Kea, Kythnos, Serifos und Sifnos. Damit lässt sich ein Besuch des Kaps gut vor oder nach einem Inseltrip auf die Westkykladen einplanen. Die Fährüberfahrt nach Kea dauert etwa eine Stunde, nach Kythnos etwa eine Stunde und 45 Minuten. Deine Fährtickets kannst du unkompliziert online über unseren Partner Ferryhopper* buchen.
Keratea und Markopoulo
Wer die Inland-Route von Athen nach Sounion nimmt, kommt durch Keratea, eine typische griechische Kleinstadt mit rund 8.000 Einwohnern und echter Dorfatmosphäre. Zwischen Betonhäusern verstecken sich noch alte Steinhäuser, und um die schicke Kirche Agios Dimitrios herum befinden sich mehrere gute Tavernen zum Einkehren. Unser Favorit ist das Lazo, ganzjährig geöffnet, mit ausgezeichneter griechischer Küche mit dem gewissen Twist. Die kleine Außenterrasse ist im Sommer sehr beliebt, der Innenraum hat ein uriges, rustikales Flair.
Weiter nördlich liegt Markopoulo, danach beginnt die Autobahn 6 zurück nach Athen. Markopoulo selbst ist nicht unbedingt sehenswert, aber auf dem Dorfplatz kann man im Bistro Theatraki gut rasten. Die Region zählt zu den bekanntesten Weinbaugebieten Griechenlands. Die trockenen, kargen Böden aus Marmor und Kalkstein bieten beste Bedingungen für den Weinbau. Wer vor dem Besuch des Kaps noch einen Attika-Wein verkosten möchte, dem empfehlen wir die Papagiannakos Winery oder die Nikolou Winery.
Lohnt sich ein Ausflug zum Kap Sounion?
Sounion ist für Fotografen und alle, die Mystik lieben, ein echtes Mekka, vor allem zum Sonnenuntergang. Wenn die letzten Sonnenstrahlen die weißen Marmorsäulen in Orange, Violett und Rosa tauchen und die Sonne hinter den Kykladen versinkt, liegt über diesem Ort eine regelrecht magische Stimmung. Am Abend rollen die Touristenbusse ab, und für einen kurzen Augenblick gehört das Kap fast einem allein. Das ist der Moment, für den man die lange Anfahrt auf sich nimmt und der Sounion wirklich lohnenswert macht.
Wer ein weitläufiges Ausgrabungsgelände wie in Olympia erwartet, wird schnell feststellen: Sounion ist das nicht. Wenn man die Anfahrtszeit und den Eintrittspreis gegen das abwägt, was geboten wird, ist es für manche Urlauber nicht mehr als ein schöner Fotospot mit sattem Aufschlag.
Der Tempel wirkt cool, aber wer sich nicht groß für Geschichte begeistert, der ist nach einer halben Stunde fertig. Um es kurz zu machen: Alte Steine anschauen kann man in Griechenland definitiv auch woanders und günstiger. Wer mit dem eigenen Auto oder Mietwagen ab Athen unterwegs ist, kann einen Ausflug nach Sounion gut einplanen und daraus einen schönen Roadtrip durch Südattika machen.
→ Weitere Reisetipps für die Region Attika und Umgebung von Athen findest du hier:
FAQ zum Kap Sounion
Wie lange dauert ein Besuch am Kap Sounion?
Für den Rundgang durch das archäologische Gelände sollte man mindestens eine Stunde einplanen. Wer alle Fotospots mitnimmt, die Festungsmauern abläuft und den Sonnenuntergang abwartet, braucht eher zwei bis drei Stunden. Dazu kommt die Anfahrt von Athen, die je nach Route und Verkehr 1,5 bis 2 Stunden dauert. Ein Tagesausflug zum Kap Sounion mit Zwischenstopps entlang der Küste oder in Thorikos sollte mit mindestens 6 bis 8 Stunden kalkuliert werden.
Kann man Kap Sounion mit Kindern besuchen?
Ja, grundsätzlich schon. Der Weg vom Eingang zum Tempel ist allerdings steil und stellenweise uneben, was mit Kinderwagen schwierig wird. Kleinkinder sollte man gut im Blick behalten, da das Gelände an mehreren Stellen nah an Steilkanten liegt. Für Kinder ab Schulalter ist der Ausflug gut geeignet, vor allem wenn man die Sage von Theseus und den schwarzen Segeln vorher erzählt.
Ist der Poseidon-Tempel für Rollstuhlfahrer zugänglich?
Nur eingeschränkt. Das Gelände ist uneben, der Weg zum Tempel steil und nicht durchgehend barrierefrei. Den Tempel selbst kann man von erhöhten Punkten aus gut sehen, der komplette Rundgang ist mit einem Rollstuhl aber kaum machbar. Wer auf Mobilität angewiesen ist, sollte das vor der Anreise einplanen.
Wie viele Säulen hat der Poseidon-Tempel noch?
Von den ursprünglich 34 dorischen Marmorsäulen stehen heute noch 15. Der Tempel wurde als sogenannter Hexastylos mit 6 Säulen an den Schmalseiten und 13 an den Längsseiten errichtet. Der Großteil der Säulen ist im Laufe der Jahrhunderte durch Erdbeben, Vandalismus und den Abbau von Baumaterial zerstört worden.
Kann man am Kap Sounion schwimmen?
Direkt unterhalb des Tempels liegt die Bucht Paralia Souniou mit einem kleinen Strand. Der Strand ist gut zugänglich und gut besucht. Das Wasser ist sehr klar, und der Blick auf den Tempel von unten ist ein echtes Highlight. Die zwei Tavernen direkt am Strand sind allerdings nicht zu empfehlen, besser vorher oder nachher in Kato Sounion einkehren.
Was darf man am Kap Sounion nicht machen?
Ruinen berühren oder besteigen ist verboten, Essen, Trinken und Rauchen innerhalb der archäologischen Stätte ebenso. Haustiere sind nicht erlaubt. Lord Byron hat 1810 seinen Namen in den Marmor geritzt und damit den wohl berühmtesten Vandalismus des Kaps begangen. Das sollte man besser lassen.
Lohnt sich Kap Sounion ohne Mietwagen?
Es geht auch ohne. Der KTEL-Bus fährt je nach Saison ein- bis viermal täglich von Athen nach Sounion, Tickets kosten ca. 15 Euro hin und zurück. Die Fahrt dauert etwa 2 Stunden, die Busse sind in die Jahre gekommen und fahren nicht immer pünktlich. Geführte Tagestour- und Sunset-Touren ab Athen sind die entspanntere Alternative, wenn man keinen eigenen Wagen hat.
Gibt es am Kap Sounion ein Restaurant oder Café?
Direkt am Eingang des Geländes befindet sich ein durchschnittliches Restaurant. Die Bewertungen sind durchwachsen, für einen Kaffee oder ein kühles Getränk nach dem Rundgang reicht es. Daneben gibt es einen Souvenierladen. Für eine ordentliche Mahlzeit empfehlen wir dir, eine der Tavernen in Kato Sounion aufzusuchen. Das ist etwa zwei Kilometer entfernt.
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